Ein Osterbote mit vielen Gesichtern: Kaninchen sind mehr als nur Kuscheltiere

Ihre Talente sind mannigfaltig - zu ihrem Leidwesen NEWS: Vom Therapeuten bis hin zur Delikatesse

Ein Osterbote mit vielen Gesichtern: Kaninchen sind mehr als nur Kuscheltiere

Jetzt haben sie wieder Saison, die kleinen Kuscheltiere mit den langen Ohren, und kaum wer kann ihren putzigen Näschen und den großen Knopfaugen widerstehen. Kaninchen zählen nicht umsonst zu den beliebtesten Haustieren Österreichs. Dabei gehören die kleinen Nager längst nicht, wie oft fälschlich angenommen wird, zu den perfekten Einsteigertieren für Kinder, denn ihre Haltung ist sehr anspruchsvoll. Wer den Tieren aber ein artgerechtes Leben in Gruppenhaltung (mindestens zu zweit!) und einen großen, gut strukturierten Lebensraum bieten kann, der wird seine helle Freude mit den geselligen Tieren haben.

Doch Kaninchen machen nicht nur als Schmusetiere gute Figur, sie haben auch zahlreiche andere Qualitäten:

Kaninchen als Therapeuten
Zahme und stressresistente Kaninchen eignen sich etwa hervorragend als Therapietiere. So fördern sie das Selbstbewusstsein von Kindern, steigern die Lebensfreude von Behinderten oder unterstützen
die Kommunikation
und Interaktion mit alten Menschen.

Das Kaninchen als Delikatesse
Vor etwa 4.000 Jahren kamen die Menschen auf den Geschmack von Kaninchenfleisch – seit damals stehen die Tiere auf unserem Speiseplan. Heute sollte man vor allem darauf achten, dass das Kaninchenfleisch nicht aus konventionellen Massenzuchten stammt. Wer sich für die Freilandhaltung entscheidet, trifft nicht nur eine schmackhaf-
te, sondern vor allem eine gesunde Entscheidung. Denn Kaninchenfleisch ist mager, leicht verdaulich und hat
einen geringen Gehalt an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin.
Leider gibt es aber auch einige negative Aspekte, die das Schmusetier-Dasein der kleinen Kerle überschatten:

Kaninchen als Mast- und Versuchstiere
In der Massenzucht finden sich die Nager in winzigen Käfigen, viel zu eng eingepfercht, zur Fleisch- und Fellgewinnung wieder. Und auch die Zahl der Versuchskaninchen ist zuletzt wieder deutlich auf 19.864 Tiere im Jahr 2007 gestiegen. Der Sektionschef des Wissenschaftsministeriums Wolf Frühauf erklärt sich das so: „Es werden mehr Versuchskaninchen eingesetzt, weil die Forschung zur Bekämpfung von Krankheiten wie Aids oder Krebs intensiviert worden ist.“ Tierversuchsersatzmethoden, die das Leben Tausen-
der Versuchstiere verschonen könnten, würden zwar propagiert, seien aber nur bedingt vorhanden…

Bleibt zu hoffen, dass uns bald bewusst wird, dass uns Kaninchen wesentlich mehr geben könnten als nur ihr nacktes Leben…

Isabel Finsterwalder

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