Ein Ölkonzern ringt um sein Überleben:
Öl-Fiasko wird für BP zur Schicksalsprobe

1. Juni: Katastrophe in Louisiana kostet Milliarden BP-Chef Tony Hayward tritt im September zurück

Ein Ölkonzern ringt um sein Überleben:
Öl-Fiasko wird für BP zur Schicksalsprobe © Bild: Reuters/Melville

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko wird für den britischen Energiekonzern BP im Juni auch wirtschaftlich zu einem Albtraum. Nachdem der Versuch, das Bohrloch in 1.500 Metern Tiefe mit Schlamm und Zement zu versiegeln neuerlich scheitert, bricht die BP-Aktie an der Londoner Börse um mehr als 15 Prozent ein. Der nächste große Einbruch folgt am 10. Juni. Die Kosten für die Bekämpfung der Ölpest steigen auf rund 10 Mrd. Dollar, trotzdem weist BP im dritten Quartal wieder einen Gewinn aus.

Nach bisherigen Schätzungen sind nach der Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" von April bis Juli 780 Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko geflossen. Damit droht BP eine Strafzahlung bis zu 21 Mrd. Dollar (15,9 Mrd. Euro). BP kündigt zudem an, wegen der Ölkatastrophe Unternehmensbeteiligungen von bis zu 30 Mrd. Dollar zu verkaufen.

Als Reaktion auf die größte Naturkatastrophe vor der US-Küste erklärt der Chef des britischen Energieriesen, Tony Hayward, seinen Rücktritt per Ende September 2010. Das ungeschickte Management der Ölpest im Golf von Mexiko kostet ihn den Job. Haywards Nachfolger wird der US-Amerikaner Robert Dudley.

(apa/red)