Ein "Kernöl-Scheich" will in Königsklasse: Andreas Zuber plant Formel 1-Einstieg 2008

Hatte sich auf eigene Faust in GP2-Spitze manövriert

Mit seinem Triumph im Sonntagsrennen der GP2-Serie in Akfirat bei Istanbul hat der Österreicher Andreas Zuber (22) am 27. August den bis dato größten Erfolg seiner noch jungen Motorsport-Karriere gefeiert. Der Premierensieg des in Dubai lebenden Steirers in der heiß umkämpften Sprungbrettklasse zur Formel 1 hat sowohl medial als auch in der Königsklasse Wellen geschlagen, "2008 will ich Formel 1 fahren", stellte Zuber daher im Gespräch mit der APA in Monza klar.

2007 wird Zuber "zu 90 Prozent" seine zweite Saison in der GP2 absolvieren, durch den Türkei-Sieg hat er sich die Teamwahl (entweder weiter Trident Racing, ART Grand Prix oder i-sport international) erheblich erleichtert. Sein aktuelles italienisches Team Trident wird von Maurizio Salvadori geleitet, prominente Mitbesitzer sind u.a. Italiens Star-Schmusesänger Eros Ramazzotti sowie der niederländische AC-Milan-Kicker Clarence Seedorf. Beide sollen jeweils rund 20 Prozent des Teams besitzen.

Kontakte zu Managern aus dem Formel-1-Zirkus hat es auch in Monza (GP2-Saisonabschluss) bereits gegeben. "Sobald du in der GP2 das erste Mal auf dem Treppchen stehst, geht es richtig los. Ich führe laufend Verhandlungen. Das Wichtigste ist, dass ich 2007 vorne dabei bin und um den GP2-Titel mitfahre", skizzierte Zuber, der in Weißenkirchen nur wenige Kilometer vom Renate-Götschl-Geburtsort Obdach aufgewachsen ist, seine Marschrichtung.

Auf eigene Faust in GP2-Spitze manövriert
Zuber, dessen Bruder Christian nach einem Autounfall seit vielen Jahren im Wachkoma liegt, ist im Gegensatz zu Klien kein Zögling der Red-Bull-Talentschmiede, sondern hat den Weg Richtung Spitze auf eigene Faust probiert. Dass Zuber derzeit mit einer Dubai-Lizenz fährt und in der Türkei auch die Hymne seiner Wahlheimat gespielt wurde ("Im Herzen bin ich aber Rot-Weiß-Rot"), hat natürlich finanzielle Gründe.

Sein Sponsor Dominator, ein seit heuer Zuber unterstützender Yachten-Hersteller, ist in Dubai zu Hause, dieser hat dem steirischen "Scheich" auch eine Wohnung in Dubai zur Verfügung gestellt. "Wenn zwischen den Rennen Zeit ist, flieg ich nach Dubai. In Österreich verbringe ich relativ wenig Zeit, ich bin 300 Tage im Jahr on tour."

Wie eng Sieg und Niederlage beieinanderliegen, hat Zuber, dessen Idol Ayrton Senna ist, in dieser Saison mehrfach erfahren: "Ich hatte vor meinem Sieg viel Pech, wurde alleine vier Mal klassisch abgeschossen. Das Selbstvertrauen hat auch vorher gepasst, aber jetzt kennen mich viele Leute und man weiß, dass ich auch Rennen gewinnen kann." Die GP2 bezeichnet Zuber als "extrem brutale Rennserie": "Hier fahren die besten Nachwuchspiloten der Welt, die GP2 kann man als Junioren-Weltmeisterschaft bezeichnen."

(apa/red)