Ein Jahr nach London-Terror: Jeder sechste britische Moslem kann Motive nachvollziehen

13 Prozent bezeichnen Attentäter sogar als Märtyrer Große Mehrheit sympathisiert aber nicht mit Terror

Jeder sechste britische Moslem kann einer Umfrage zufolge die Motive der Selbstmordattentäter nachvollziehen, die vor einem Jahr den Terroranschlag auf den Londoner Nahverkehr verübten. Der Anschlag sei falsch gewesen, die Täter hätten aber eine gerechte Sache vertreten, erklärten 16 Prozent der Befragten in einer Erhebung. 13 Prozent der 1.131 Teilnehmer stimmten darüber hinaus der Aussage zu, die Attentäter seien als Märtyrer anzusehen, berichtete der britische Fernsehsender ITV.

Die große Mehrheit der befragten Moslems sympathisiere nicht mit den Selbstmordattentätern, hob ITV hervor. So befürworteten 56 Prozent ein schärferes Vorgehen der Behörden gegen Extremismus innerhalb der moslemischen Bevölkerung Großbritanniens. 65 Prozent erklärten, die Moslems müssten sich stärker um Integration bemühen. 79 Prozent beklagten allerdings auch, ihre Glaubensgemeinschaft erlebe seit den Anschlägen vom 7. Juli 2005 eine verstärkte Feindseligkeit seitens der Mehrheitsgesellschaft.

Für die Erhebung im Auftrag von ITV und der Zeitung "The Times" befragte das Meinungsforschungsinstitut Populus von 1. bis 16. Juni 1.131 britische Moslems.

(apa/red)