Ein Jahr Innovations-Schecks für die KMU:
Gutschein bereits über 1.600-mal beantragt

1.562 Schecks im Wert von je 5.000 ausgestellt Finanzielle Ausschüttung als Einstiegshilfe gedacht

Ein Jahr Innovations-Schecks für die KMU:
Gutschein bereits über 1.600-mal beantragt © Bild: Reuters/Neubauer

Weniger Umweltbelastungen bei Produkten der Informationstechnologie, bessere Haltbarkeit von Verpackungen oder die thermische Energiespeicherung - das sind nur einige Bereiche, in denen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihre neuen Ideen mit Hilfe des "Innovationsschecks" in einem ersten Schritt auf mögliche Umsetzbarkeit abtesteten. Der vor einem Jahr von Infrastruktur- und Wirtschaftsministerium eingeführte Gutschein im Wert von je 5.000 Euro wurde bisher 1.667 mal beantragt.

1.562 Innovationsschecks wurden bereits von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG ausgestellt, bilanzierten Forschungsstaatssekretärin Christa Kranzl und FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner bei einer Pressekonferenz in Wien.

Scheck als Einstiegshilfe
Konkret will man mit dem Scheck KMU einen monetären Anreiz und eine "Einstiegshilfe" bieten, Forschung und Technologieentwicklung durch Kooperationen mit Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in Österreich auszubauen. Mit Hilfe des "Gutscheins" können die KMU etwa eine erste externe Beratungsleistung betreffend einer innovativen Idee finanzieren. Letztendlich soll es zu einer gemeinsamen Produktentwicklung oder Einführung einer innovativen Dienstleistung kommen.

Insgesamt acht Millionen bereitgestellt
Für die im November 2007 gestartete Förderung wurden bisher insgesamt acht Millionen Euro von den zwei beteiligten Ministerien bereitgestellt. Für Kranzl ist das Förderangebot eine "Erfolgsstory", bisher seien 312 Endberichte eingereicht worden. Da die mit dem Unternehmen kooperierende Forschungseinrichtung erst nach Leistungserbringung den Gutschein bei der FFG einlöst und der Scheck zwölf Monate gültig ist, liegen noch keine Informationen über die tatsächliche Einlösequote vor.

Wiener KMU ist häufigster Bezieher
Der Innovationsscheck, der mit 81 Prozent vor allem "Neukunden" als Empfänger für Forschungsförderung anzog, wurde am häufigsten an Wiener KMU vergeben (22 Prozent), gefolgt von Unternehmen aus der Steiermark und Oberösterreich (je 19 Prozent) und Niederösterreich (15 Prozent). Mit 32 Prozent wurden die meisten Schecks im Bereich unternehmensbezogener Dienstleistungen (z. B. technische Büros) vergeben, 22 Prozent im Bereich der Sachgütererzeugung, wo etwa die Machbarkeit bzw. Umsetzbarkeit eines Produkts in einem ersten Schritt überprüft wird. Als Kooperationspartner wurden von den KMU am häufigsten Universitäten kontaktiert, gefolgt von außeruniversitären Einrichtungen und Fachhochschulen (FH).

Kranzl verwies auf die "essenzielle Hebelwirkung" der Förderung. Bei 71 Prozent der bereits abgerechneten Innovationsschecks hätten die KMU zusätzliche Mittel für das Projekt aufgebracht. Rund drei Viertel der KMU hätten konkrete Pläne für weitere Projekte oder bereits ein Folgeprojekt beantragt.

Innovationsscheck soll bestehen bleiben
FFG-Geschäftsführer Pseiner unterstrich die unbürokratische und schnelle Abwicklung der Innovationsschecks, die den KMU ermögliche "in kurzer Zeit loszulegen". Die Förderung solle als ein "stabiles" Element auch weiterhin zur Verfügung gestellt werden. Auch für Kranzl stellen die Innovationsschecks eine "nicht einmalige" Aktion dar, im bereits erarbeiteten Budgetvorschlag 2009 komme schon "eine entsprechende Bereitstellung der Mittel vor". Grundsätzlich sei ihrer Ansicht nach die Budgetierung mit acht Mio. Euro auch weiterhin "ein vernünftiger Ansatz".
(apa/red)