Ein Jahr Haft für Schneepflugfahrer:
27-Jähriger Serbe verletzte Jogger tödlich

Mann ist betrunken und ohne Führerschein gefahren Sprang für Bruder ein. Urteil ist bereits rechtskräftig

Ein Jahr Haft für Schneepflugfahrer:
27-Jähriger Serbe verletzte Jogger tödlich
© Bild: APA/Hochmuth

Ein Jahr Haft - so lautete das Urteil für jenen 27-jährigen Serben, der im betrunkenen Zustand und ohne Führerschein einen Jogger mit einem Schneepflug niedergestoßen und tödlich verletzt hat. Der Angeklagte nahm den Richterspruch an, der Staatsanwalt verzichtete auf weitere Rechtsmittel - somit ist das Urteil bereits rechtskräftig.

Der Unfall ereignete sich heuer im Februar im Wiener Prater. Der Mann war für seinen Bruder eingesprungen, der eigentlich als Schneeräumer tätig gewesen war, weil dessen Tochter gerade Hochzeit feierte. Der 27-Jährige hatte bereits am Nachmittag des 23. Februars das Diensthandy seines Bruder an sich genommen, als er mit seinem Bruder im Zuge der Hochzeitsfeierlichkeiten zusammen saß. Von vorne herein die Absicht, einen Auftrag zur Schneeräumung durchzuführen, habe er aber nicht gehabt, gab der Angeklagte gegenüber Richter Thomas Hahn an.

Fahrer einfach eingeschlafen
Als ein Auftragsanruf dann doch einging, entschloss er sich, diesen selbst durchzuführen: "Ich wollte meinen Bruder nicht von der Feier wegholen", erklärte der Mann. Als er sich dann nach getaner Arbeit auf dem Weg machte, um das Fahrzeug für den nächsten Einsatz neu zu beladen, ereignete sich der Unfall. Daran erinnern konnte sich der Angeklagte nicht: "Ich kann mich nur erinnern, dass ich das Fenster geschlossen und die Heizung eingeschalten habe. Dann muss ich eingeschlafen sein. Ich bin aufgewacht, als ich gegen den Baum fuhr." Zwischen 30 und 50 km/h sei er gefahren.

Der Serbe hatte 0,8 Promille Alkohol im Blut. "Wie haben Sie gewusst, wie man das Fahrzeug bedient?" - "Ich habe das noch nie gemacht. Aber ich habe meinen Bruder ein paar Mal begleitet", erklärte der 27-Jährige, der zwar nie eine Fahrausbildung gemacht hatte, aber laut eigenen Angaben "gut Autofahren" kann.

Das Urteil - ein Jahr Freiheitsstrafe sowie die Zahlung von Schmerzens- und Schadensgeld - nahm der 27-Jährige sofort an. Der Staatsanwalt verzichtete ebenfalls auf weitere Rechtsmittel. Somit ist das Urteil rechtskräftig.
(apa/red)