Ein Haus, ein "Reich" und ein "Führer":
Rechte Kameraden kaufen sich in Wien ein

NEWS: Küssel & Co besitzen Wohnungen im 2. Bezirk Kameraden treffen sich regelmäßig im "Reichskeller"

Echte Kameraden bleiben eben gerne unter sich. Und so ist es auf den zweiten Blick auch nicht weiter verwunderlich, dass ehemalige VAPO-Aktivisten (Volkstreue Außerparlamentarische Opposition) samt ihrem damaligen Führer, Gottfried Küssel, sich alle in einem Haus wiederfinden.

Ein Haus, ein "Reich" und ein "Führer":
Rechte Kameraden kaufen sich in Wien ein

Just in Wien-Leopoldstadt, unweit einer Synagoge und einer jüdischen Schule, haben sich die Nationalen breitgemacht. Allerdings sind die Herren nicht einfach nur Mieter. Nein, die selbsternannten Kämpfer gegen das "Großkapital" sind Eigentümer:

Im Jahr 1997 kaufte Wilhelm Ehemayer, seines Zeichens ehemaliger Obmann der National-Konservativen Union, einer rechtsextremen Kleingruppe mit besten Verbindungen zu Küssel, mit einem Kredit der Immo-Bank genau dieses Haus auf der Unteren Donaustraße. Wenig später folgten die Weggefährten.

Am 18. Juli 2001 erwarb der "Kaufmann" Gottfried Küssel vier Wohnungen von Ehemayer zum durchaus günstigen Kaufpreis von 1.153.720 Schilling. Küssel zahlte bar. Drei dieser Wohnungen befinden sich immer noch in seinem Besitz. Er selbst "wohnt" zumindest laut Grundbuch in einem Gemeindebau in Wien-Meidling. Doch Küssel war längst nicht der Einzige, der sich in diesem Haus einkaufte.

Weitere "Ehemalige" wurden ebenfalls Wohnungseigentümer. Ex-VAPO-Mann Felix Budin wurde im Juli 2002 stolzer Wohnungsbesitzer. Interessanterweise hat auch Budin, Mitglied der Akademischen Grenzlandschaft Cimbria, offiziell einen anderen Wohnsitz: Er ist in Wien-Floridsdorf gemeldet.

Der Nächste in der illustren Runde: Stefan Tanczos kaufte ebenfalls 2002 gleich vier Wohnungen von Ehemayer.

Er betreibt an dieser Anschrift seit jener Zeit auch eine Kommanditgesellschaft. Kommanditist dieses Unternehmens ist - Überraschung, Überraschung - Herr Ehemayer.

Der Kameradentreff
Da kann der Chef von damals freilich nicht nachstehen. Und so betreibt Küssel im Innenhof dieses Zinshauses einen "Bioladen", der allerdings - zumindest seit mehreren Wochen - stets geschlossen hat. Der Gewerbeschein des Ladens, der Himalaja-Salze und Germanen-Met anbietet, läuft auf Küssels Schwiegermutter Erika S. Gleich neben dem Türschild "Geschäft" findet sich auf der Gegensprechanlage übrigens auch ein Schild der angeblich akademischen Kameradschaft "Reich". Laut einem Szene-Insider haben sich viele der ehemaligen VAPO-Kameraden in dieser Gruppierung wieder gesammelt.

Und so trifft man sich, erzählen Kameraden, regelmäßig im ebenfalls dort befindlichen sogenannten Reichskeller. Ob der heimische Verfassungsschutz auch dann und wann mal vorbeischaut, ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass just in diesem Gebäude auch einer der ranghöchsten Militärgeheimdienstler wohnt.

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