Ein Forscher polarisiert die Welt: Darwins Theorien für religiöse Menschen problematisch

Entwicklung des Menschens für ihn rein zufällig

Die Konsequenzen der von Charles Darwin begründeten Evolutionstheorie sind vor allem für religiöse Menschen nicht leicht zu akzeptieren. Sie legt die heute unter Naturwissenschaftern weitgehend anerkannte Synthetische Evolutionstheorie den Schluss nahe, dass das Werden der Organismen, vom Einzeller bis hin zum Menschen, kontinuierlich erfolgte. Von Zielgerichtetheit ist keine Rede, ganz im Gegenteil.

Der Mensch ist demzufolge auch keine Krone oder gar das Ziel der ganzen Entwicklung, er entstand mehr oder weniger zufällig. Auch ist die Evolution - im Gegensatz zur biblischen Schöpfungsgeschichte - nicht abgeschlossen, sie wird weitergehen, so lange es Leben auf der Erde gibt.

Eine weitere, für religiöse Menschen schwer zu akzeptierende Konsequenz der Synthetischen Evolutionstheorie ergibt sich aus den Triebfedern dieser Entwicklung. Die Triebfeder "genetische Mutation", welche zur Unterschiedlichkeit von Individuen führt, ist absolut blind. Mutationen, Veränderungen im Erbgut, entstehen völlig zufällig, der Großteil davon ist für den Träger sogar von Nachteil.

Stark kurzsichtig ist dagegen die Selektion, also das was Charles Darwin natürliche Zuchtwahl nannte. Sie bestimmt, dass sich das im Augenblick vorteilhafte Merkmal in Form von mehr Jungen des Trägers durchsetzt. Für einen göttlichen Plan, eine Zielgerichtetheit der Naturgeschichte bleibt dabei kein Platz. Kein Wunder also, dass immer wieder Kritiker auftreten, die den Darwinismus in Zweifel ziehen.

Besonders in den USA, wo es an öffentlichen Schulen keinen Religionsunterricht gibt, ziehen religiöse Fundamentalisten immer wieder gegen die ausschließliche Lehre der von Darwin begründeten Evolutionstheorie vor allem im Biologie-Unterricht zu Felde. Sie wollen etwa mittels Gerichtsurteilen durchsetzen, dass die Evolution als eine von mehreren möglichen Theorien gelehrt wird und dass die Schöpfungsgeschichte als Alternative angeboten wird.

Nicht nur in den USA, auch in Russland beginnen Kirchenvertreter gegen Darwin zu wettern. So forderte Alexi II., als Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche kürzlich bei einem Vortrag die Lehre der biblischen Schöpfungsgeschichte an russischen Schulen.
(APA/red)