Ein Bernhard Eisel gibt nicht so schnell auf:
Österreicher aber "froh, dass es vorbei ist"

Steirer ist nach fünf Stürzen schwer gezeichnet Schleppt sich mit Handicap an die Champs-Elysees

Ein Bernhard Eisel gibt nicht so schnell auf:
Österreicher aber "froh, dass es vorbei ist" © Bild: Reuters/Nacarino

Er ist fünfmal gestürzt, hat Blutergüsse am Rücken und eine Steißbeinprellung. Doch Bernhard Eisel kämpft sich auch bei seiner fünften Tour de France ins Ziel nach Paris - wenn auch mit Schmerzen. "Die Stürze sind richtig an die Substanz gegangen, da habe ich mich nicht mehr erholt", sagte der Steirer aus dem Team Columbia. Ein vorzeitiger Ausstieg kam für ihn aber nie in Frage. "Die Tour ist ein Mythos, da gibt man nicht auf."

Gelitten hat der Fünfte von Paris-Roubaix 2006 auch bei anderen Gelegenheiten - als er um Spitzenplätze kämpfte. Diesmal hat er bei der Tour Helfer-Aufgaben übernommen und freute sich mit seinen Kollegen über fünf Etappensiege. In der letzten Tour-Woche ging es wegen der Blessuren aber nur noch ums Durchkommen. "Die letzten zehn Tage waren die Hölle", erklärte Eisel, "ich bin froh, dass es am Sonntag zu Ende ist."

Ein letzter Platz muss nicht sein
Nach der Freitag-Etappe war Eisel sogar Letzter, doch auf ein "Rennen" um die Rote Laterne verzichtete er. "Ich schätze Gerhard Schönbacher, aber ich bin nicht auf seinen Spuren", sagte der 27-jährige über das zweifache Schlusslicht der Tour (1979/1980). "Ich muss nicht Letzter sein in Paris."

Diese "Ehre" wird zum dritten Mal in Folge dem Belgier Wim Vansevenant zuteil, der sich das Einzelzeitfahren gut "einteilte" und genügend Zeit auf Eisel verlor, um mit einem Polster in die letzte Etappe zu starten. "Lance Armstrong hat sieben Siege, ich habe mit drei Roten Laternen einen anderen Rekord gebrochen", meinte der Helfer des Teams Silence-Lotto. (apa/red)