Ein Auto macht Lust auf mehr: Für Red Bull scheint derzeit nur Brawn außer Reichweite

Neweys neuer Wurf könnte der große Coup sein 'Auto hat definitiv das Potenzial, Rennen zu gewinnen'

Ein Auto macht Lust auf mehr: Für Red Bull scheint derzeit nur Brawn außer Reichweite © Bild: Reuters

"Best of the rest" - das ist für Red Bull Racing noch nicht gut genug. Der österreichisch-englische Rennstall hatte beim Auftakt der Formel-1-WM als einziges Team zumindest ansatzweise mit dem überlegenen Brawn GP von Jenson Button mitgehalten. Am Ende stand Red Bull in Australien nach Kollisionen von Jungstar Sebastian Vettel und Mark Webber zwar ohne Punkte da, der Speed des neuen RB5 lässt aber auf eine erfolgreiche Saison hoffen.

"Das Auto hat definitiv das Potenzial, damit Rennen zu gewinnen", meinte Red-Bull-Teamchef Christian Horner gegenüber der APA. Das Designteam um Technikchef Adrian Newey habe großartige Arbeit geleistet. Vettel hatte in Melbourne lange Zeit ähnlich schnelle Runden gedreht wie Sieger Button, ehe er sich kurz vor Schluss durch eine unnötige Kollision mit dem Polen Robert Kubica an zweiter Stelle liegend verabschiedete.

Derzeit scheint nur der Brawn-Mercedes schneller zu sein als der Red-Bull-Renault. Das könnte sich durch einen Einspruch ändern, den Red Bull mit Ferrari und Renault gegen den Diffusor von Brawn, Toyota und Williams eingebracht hat. Die FIA entscheidet am 14. April. Derzeit fährt Brawn GP noch in einer eigenen Liga. "Wir scheinen 'best of the rest' zu sein", erklärte Horner. "Für einen dritten Platz gibt es aber leider keine großen Preise."

Der erste Sieg seit dem Debüt 2005 ist das erklärte Ziel, nachdem Vettel im Vorjahr in Monza bereits für das Zweitteam Toro Rosso triumphiert hatte. Der deutsche Hoffnungsträger richtete seine Augen nach dem Fehler in Australien schnell wieder nach vorne. "Wir waren richtig schnell. Das gibt Mut und Hoffnung auf mehr", betonte Vettel. Selbst Dominator Button zollte Respekt. "Vettels Speed hat mich ein wenig überrascht", gestand der Engländer.

Die nächste Chance erhält Vettel in Malaysia. Eng werden könnte es dagegen für Webber, der nach schwachem Qualifying bereits beim Start in einen Unfall verwickelt worden war. Sollte der 32-jährige Australier langfristig langsamer sein als der elf Jahre jüngere Vettel, könnte er sein Cockpit verlieren. Der Vertrag läuft mit Saisonende aus. Und sollte sich der RB5 tatsächlich als Siegauto erweisen, würden auch große Namen Schlange stehen.

"Wir haben jetzt einen Motor, der gleichwertig ist, und einen Fahrer, der Gas gibt", schilderte Helmut Marko das Erfolgsrezept. Der Motorsportkonsulent von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz meinte damit nicht etwa Webber, der seit 2007 für die Bullen fährt, sondern Vettel. Der 21-jährige Deutsche wird anhaltend mit Lob überschüttet, selbst die Kollision wird ihm nicht übelgenommen. "Er ist bis dahin ein souveränes Rennen gefahren", erinnerte Marko.

Der Red-Bull-Konsulent zeigte sich aber vor allem von Toro Rosso angetan. Das Zweitteam fuhr als Siebenter und Achter sowohl mit dem Schweizer Sebastien Buemi als auch mit dem Franzosen Sebastien Bourdais in die Punkte. "Buemi war sensationell", meinte Marko. Immerhin hatte sein 20-jähriger Schützling aus dem Junior-Programm in Melbourne den ersten Grand Prix seiner Karriere bestritten - als einziger Fahrer im gesamten Feld.

(apa/red)