Eigene Busse für Italiens Migranten geplant:
Heftige Debatte um Beschluss entbrannt

"Apartheid"-Maßnahmen im Kreuzfeuer der Kritik Linie soll Flüchtlingslager mit Stadtzentrum verbinden

Eigene Busse für Italiens Migranten geplant:
Heftige Debatte um Beschluss entbrannt © Bild: APA/EPA/Zennaro

In der süditalienischen Stadt Foggia ist eine heftige Debatte wegen des Beschlusses der lokalen Behörden entflammt, eine getrennte Buslinie für Migranten einzuführen. Die geplante Sonderlinie für Migranten soll das Stadtzentrum mit einem Vorort verbinden, in dem sich ein Flüchtlingslager für rund 300 Ausländer befindet.

Nachdem es in den vergangenen Monaten öfters zu Gewalttätigkeiten zwischen Migranten und den Bewohnern des Vororts gekommen ist, haben die Lokalbehörden die Einrichtung einer parallelen Buslinie für die Bewohner des Flüchtlingslagers beschlossen. Der Beschluss löste heftige Kritik aus. Niki Vendola, Präsident der Region Apulien, in der sich Foggia befindet, sprach von Apartheid. "Die Trennung zwischen Migranten und der lokalen Bevölkerung ist nicht die Lösung für die Probleme der Integration", meinte Vendola.

Bürgermeister verteidigt Beschluss
Der Bürgermeister der Stadt, Orazio Ciliberti, der einer Mitte-Links-Koalition angehört, verteidigte den Beschluss. "Wir wollen den Migranten eine direkte Buslinie zum Flüchtlingslager anbieten, damit sie keinen längeren Weg gehen brauchen. Niemand hindert sie daran, die andere Buslinie zu nehmen", sagte der Bürgermeister. Er gab jedoch zu, dass auch Sicherheitserwägungen hinter dem Beschluss stecken würden, die neue Busverbindung einzuführen.

In Italien ist die Zahl der Ausländer in den letzten Jahren stark gestiegen. Im Land leben 3,9 Millionen Ausländer, das sind 6,7 Immigranten pro 100 Italiener. Im Jahr 2007 machten Ausländer noch 5,8 Prozent der Bevölkerung in Italien aus. (apa/red)