Eier-Skandal aufgeflogen: Minderwertige Ware aus Ungarn als steirische Eier verkauft

Betrug bereits Mitte Juni von Mitarbeitern aufgedeckt Firma entschuldigt sich: "Tut uns außerordentlich leid"

Eier-Skandal aufgeflogen: Minderwertige Ware aus Ungarn als steirische Eier verkauft © Bild: APA/DPA/Rumpenhorst

Ein oststeirischer Eierlieferant soll seit Herbst 2009 minderwertige Eier aus Ungarn eingekauft und unter dem Deckmantel steirischer Qualität an Handelsketten und Industriebetriebe verkauft haben. Das bestätigte das Landeskriminalamt Steiermark (LKA). Das Unternehmen entschuldigte sich öffentlich.

Bereits Mitte Juni sollen sich Mitarbeiter an die Polizei gewandt haben, da sie nicht mehr mitansehen wollten, wie in ihrem Betrieb augenscheinlich nicht mehr frische Eier abgepackt wurden. Anschließend seien die Waren - laut Bericht zum Teil auch mit dem AMA-Gütesiegel versehen - auch an große österreichische Handelsketten geliefert worden.

Vier bis fünf Mio. Eier betroffen
Die Gruppe für Umweltkriminalität im LKA hat nach den Anzeigen wegen Betrugs diverse Buchungsunterlagen und Akten sichergestellt. Aus ihnen gehe hervor, woher die Eier kamen - und auch, wohin sie geliefert wurden. Rund vier bis fünf Mio. Eier sollen in Ungarn und Polen eingekauft worden. Wie viele davon - als steirische Eier gekennzeichnet - in den heimischen Handel gelangten, werde ermittelt.

Betrieb entschuldigte sich öffentlich
In einer Stellungnahme des Betriebs hieß es: "Gesamt gesehen können wir nicht ausschließen, dass auch ausländische Eier als österreichische Eier verkauft wurden. Es tut uns außerordentlich leid und wir entschuldigen uns dafür. Die Marktsituation in den absatzstarken Winter- und Frühjahrsmonaten hat dazu geführt, dass die Produktion unserer Landwirte nicht ausreichend war." Die eingegangenen Verpflichtungen "haben uns dazu verleitet, zusätzlich Ware einfließen zu lassen". Dabei handelte es sich um die Ladung mehrerer Lkw.

"Uns ist bewusst, dass Vermischungen inakzeptabel sind", hieß es, daher gebe es keinen weiteren Zukauf aus dem Ausland und u.a. seit Anfang dieser Woche eine permanente Überwachung durch eine unabhängige Kontrollstelle. Man hoffe auf das Vertrauen von Lebensmittelhandel und Konsumenten, auch "damit die 35 Produzenten keinen Schaden erleiden und die 17 im Betrieb beschäftigten Mitarbeiter weiter arbeiten können", so die Firma.

Agrarmarkt Austria: "Bewusster Betrug"
Die Agrarmarkt Austria (AMA) meinte, dass der Geschäftsführer des oststeirischen Betriebs "bewusst Betrug" begangen und in "krimineller Absicht" gehandelt habe. Als es einen ersten Verdacht gegeben habe, hätten mehrere Kontrolleure geprüft, doch der Geschäftsführer habe sie mit "hoher krimineller Energie" hinters Licht geführt. Als sich die Mitarbeiter an die Polizei und direkt an die AMA gewandt hätten, habe man den Betrieb unter Kuratel gestellt.

(apa/red)

Kommentare

Betrug Sperrt den Geschäftsführer ein und macht den Laden dicht. Betrug am Konsumenten muss hart bestraft werden.

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