Eier-Bauern schlagen Preis-Alarm: Dumping
gefährdet Umstieg auf Bio-Produktion

Preis für Bodenhaltungseier um 13 Prozent gefallen Große Produzenten drohen mit Abwanderung in Osten

Österreichs Geflügelzüchter schlagen Alarm. Durch einen Preisverfall bei Eiern aus Bodenhaltung drohen große Produzenten nun damit, in Billigländer abzuwandern. Zudem gehe durch das Preisdumping die Motivation zum Umstieg auf alternative Haltungsformen verloren. Der Preis für Bodenhaltungseier ist von 2003 auf 2005 um 13 Prozent gefallen, berichtet das Agrarische Informationszentrum.

Von 2004 auf 2005 allein betrug der Preisrückgang 8 Prozent. Nun sei zu befürchten, dass sich der Preis für Eier aus Bodenhaltung längerfristig auf einem Preisniveau einpendelt, zu dem auf Grund der hohen österreichischen Standards nicht produziert werden könne.

Nur mehr Eier aus alternativer Haltung
Der österreichische Lebensmittel-Einzelhandel hat angekündigt, bis Jahresende nur mehr Eier aus alternativer Produktion zu vermarkten. Die Branche sei bemüht, den Umstieg auf alternative Haltungsformen so rasch wie möglich durchzuführen. Der Preisverfall bewirke jedoch genau das Gegenteil, denn durch das Preisdumping gehe die Motivation zum Umstieg verloren, teilte die Geflügelwirtschaft mit.

Hintergrund ist, dass sich viele Betriebe auf Grund der gesetzlichen Vorgaben - also dem Käfighaltungsverbot ab 01.01.2009 - derzeit mitten in der Umstiegsphase befinden. Sie müssen massive Investitionen in Höhe von insgesamt 112 Mio. Euro tätigen, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht werden zu können.

Die Geflügelwirtschaft befürchtet nun, dass viele Klein- und Mittelbetriebe die Umstellungsphase nicht überleben werden, sollte sich die Umstellung nicht - wie geplant - vorantreiben lassen. Große Betriebe hingegen würden in Billigproduktionsländer abwandern, wo Tierschutzstandards niedriger und Umweltauflagen weniger streng seien als hierzulande. (APA)