Runde Sache von

Was Sie garantiert noch
nicht über Eier wussten

Abgefahrene Fakten und praktische Infos rund ums vielfältige Hühnerprodukt

Bemalte Eier © Bild: iStockphoto.com

Im Jahr verdrücken Herr und Frau Österreicher pro Kopf gut 230 Eier. Auf die gesamte Bevölkerung gerechnet sind das ganze zwei Milliarden. Und zu Ostern haben Eier sowieso Hochsaison. Wir verraten wir Ihnen alles Wissenswerte rund ums Ei.

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Lesen Sie im aktuellen News 13/18: Eier-Industrie: Warum das Prädikat "bio" oft mehr verspricht als hält.

1. Frischetest

Sie wollen wissen, ob das Ei, das Sie in der hinteren Ecke Ihres Kühlschranks gefunden haben, noch genießbar ist? Dann führen Sie folgenden Frischetest durch: Legen Sie das rohe Ei in ein Glas Wasser - bleibt es am Grund liegen, ist es frisch. Richtet es sich senkrecht am Boden auf, ist es zwei bis drei Wochen alt. Schwimmt es an der Oberfläche: Weg damit! Wer lieber gleich reinschaut - hier eine weitere Möglichkeit, das Alter des Eis zu testen: Schlagen Sie es auf - wölbt sich der Dotter hoch über das Eiweiß, ist es frisch. Alte Eier hingegen haben flache Dotter. Ist das Ei schon hartgekocht, gilt: Frische Eier lassen sich schwerer schälen als alte. Ein weiteres Frischeindiz ist es, wenn die Haut an der Schale kleben bleibt.

2. Aufbewahrung

An sich halten sich die runden Leckerbissen ungekühlt bis zu drei Wochen. War das Ei allerdings schon mal im Kühlschrank, sollte es dort auch bleiben. Hartgekochte Eier halten sich gekühlt bis zu zwei Wochen. Ostereier können Sie im Kühlschrank vier bis sechs Wochen aufbewahren, industriell gefärbte sogar bis zu drei Monaten - wegen ihrer Lackschicht. Immer vorausgesetzt, die Eier sind nicht beschädigt.

Bauer mit Huhn
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3. Braun oder weiß?

Stimmt es, dass braune Eier gesünder sind und mehr Geschmack haben? Nicht die Bohne! Weiße Eier sind, entgegen aller Annahmen, genauso gesund wie ihre braunen Kollegen. Aber warum sind denn nun manche Eier weiß und andere braun? Hängt das etwa mit der Farbe des eierlegendenen Federtiers zusammen? Auch da können wir nur sagen: Großer Irrtum! Welche Farbe das Produkt im Endeffekt hat, hängt allein von der Rasse des Huhns ab. Wenn Sie es ganz genau wissen wollen, müssen Sie einen Blick auf die Ohrläppchen der fleißigen Hühnerdamen werfen: Weiße Ohrlappen lassen auf weiße, rötliche Ohrlappen auf braune Eier schließen.

4. Erzeugercode

Ob die Henderln im Käfig oder im Freien gehalten werden, können Sie vom Code ablesen, der auf das Ei gedruckt ist. 0 steht für Biohaltung, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung. Und ob Sie's glauben oder nicht - anhand der Zahlen können Sie die Herkunft Ihres Frühstückseis bis zur Hühnerfarm, auf der es das Licht der Welt erblickt hat, zurückverfolgen.

5. Gewichtsklassen

Und dann wären da noch die Gewichtsklassen. Von S bis XL ist hier alles vertreten. Wobei die Größe der Eier natürlich nicht davon abhängt, wie viel Mühe sich das Huhn gegeben hat, sondern schlicht und einfach davon, wie alt es ist. Junge Hühner versorgen uns mit kleineren Eiern, während ältere die größeren legen.

Frau mit mehreren Paletten Eiern
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6. Total gesund

Kaum zu glauben, was in einem Ei alles drinnen steckt: Da hätten wir Vitamin A, E, K, D und B12. Außerdem noch jede Menge Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Zink. Kein Wunder also, dass die Experten drei bis vier Eier pro Woche empfehlen. Und auch Schwangeren - oder solchen, die es werden wollen - sei geraten, genügend Eier zu essen. Die in ihnen enthaltene Folsäure beugt nämlich Missbildungen des Kindes vor. Das Wertvollste an dem runden Nahrungsmittel ist aber das Eiweiß. Es kann zu fast 100 Prozent vom menschlichen Körper verwertet werden, wobei ein Ei zwischen 15 und 25 Prozent des täglichen Bedarfs eines Erwachsenen abdeckt. Und wussten Sie, dass Eiweiß die Basis für ein starkes Immunsystem ist? Anders als vermutet steckt das meiste Eiweiß aber nicht im Eiklar, sondern im Dotter.

7. Dottergelb

Wobei ein dunkelgelber Dotter kein Indikator dafür ist, dass das Ei voll im Geschmack ist und von einem gesunden Huhn kommt. Tatsächlich hängt die Farbe des Dotters schlicht und einfach vom Futter ab, das das Henderl zuvor gefressen hat. Ein Beispiel: Ein Bio-Landwirt, der auf synthetische Zusatzstoffe verzichtet, bietet möglicherweise Eier mit zitronengelbem Dotter an. Carotinoide wiederum, die das Huhn über das Gras aufnimmt, machen den Dotter gelb. Und roter Paprika lässt ihn gar dunkelgelb werden. Oft stammen die Eier mit der beliebten kräftigen Dotterfarbe von Hühnern aus Käfighaltung.

8. Kleine Cholesterinbomben

Klein, aber oho! Ein Ei enthält bis zu 300 Milligramm Cholesterin. Damit zählt es zu den cholesterinreichsten Lebensmitteln überhaupt. Dennoch müssen Sie nicht gleich um Ihre Gesundheit bangen, wenn Sie gelegentlich ein, zwei oder auch mal mehr Eier essen. Denn "durch zu viele Eier kann der Cholesterinspiegel bei gesunden Menschen nicht ansteigen", wie die Diätologin Margarete Sprinz weiß. Forscher vermuten, dass das am Lecithin liegt, das die Aufnahme des Cholesterins durch die Darmwand hemmt.

Spiegelei
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9. In Maßen unbedenklich

Verspeisen Sie beim Osterfest also das eine oder andere Ei mehr, besteht noch lange kein Grund zur Sorge. Auch ein tägliches Frühstücksei ist nicht schädlich. Solange Sie das Hühnerprodukt also in Maßen genießen - kein Problem. Ein extremes Übermaß kann allerdings zur Bildung von Gallensteinen und - nun eben schon - zum Anstieg des Cholesterinspiegels führen. Auch aufpassen sollten Personen, die bereits Probleme mit dem Cholesterinspiegel haben.

10. Warum Bio besser ist

Bio ist in jedem Fall besser - nicht nur für die Henderln, sondern auch für uns. Denn im Vergleich zu Eiern aus Bodenhaltung haben Bio-Eier (ebenso wie Freilandeier) einen höheren Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Die gesunden Fette sind wichtig für unser Gehirn wie auch fürs Nervensystem. Die ursprüngliche Quelle der Omega-3-Fettsäuren sind Gräser und Kräuter, mit denen die frei herumlaufenden Hühner ja bestens versorgt sind.

11. Käfig oder Freiland?

Doch was heißt eigentlich Bio-Ei? Und wie hängt es mit der Tierhaltung zusammen? Bei der Biohaltung werden den Hühnern sieben Quadratmeter pro Kopf und Schnabel zugestanden. Außerdem wird das Federvieh mit Futter aus ökologischem Anbau versorgt. Anders bei der Freilandhaltung . Hier können sich die Hühner zwar drinnen wie draußen frei bewegen, allerdings ist der Platz pro Huhn nur mehr auf vier Quadratmeter bemessen. Und dann wäre da noch die Bodenhaltung. Zwar dürfen die Hühner frei im Stall herumlaufen, doch kommen auf einen Quadratmeter bis zu neun Tiere. Die Legebatterien wurden hierzulande Anfang 2009 Gott sei Dank abgeschafft.

Hühner scharen sich um eine Person in Gummistiefeln
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12. Salmonellen-Alarm

Ein Tipp fürs Eierfärben: Wenn Sie die Eier ausblasen - nie direkt mit dem Mund ans Ei! Auf der Schale können sich Salmonellen befinden. Verwenden Sie fürs Ausblasen daher einen dünnen Strohhalm oder eine Einwegspritze. Außerdem empfiehlt es sich, die Eierschale vorm Bearbeiten mit Alkohol abzureiben und Hände wie Arbeitsfläche nach vollbrachter Tat gründlich zu waschen.

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