Ehel(i)eben von

"Sex in der Ehe - das letzte Tabu"

Janina Lebiszczak schreibt als "Pandora" über Sex

Ehel(i)eben - "Sex in der Ehe - das letzte Tabu" © Bild: NEWS

Nachdem „Feuchtgebiete“ immer noch halb gelesen auf meinem Nachtkästchen verstaubt, konnte ich mich bislang nicht überwinden, Charlotte Roches zweiten Bestseller „Schoßgebete“ zu kaufen. Dieses Buch, teilt uns der Verlag in einer Aussendung mit, „widmet sich einem der letzten Tabus: dem ehelichen Sex“.

Nun, ich bin verheiratet und komme einfach nicht dahinter, was an diesem Thema so hurtig enttabuisiert gehört: Wenn mein Mann ehelichen Verkehr will (Ostern, Weihnachten, Hochzeitstag), plantscht er vorher lange in der Badewanne – das ist ein untrügliches Vorzeichen und außerdem einem Vorspiel gleichzusetzen. Manchmal ziehen wir uns dabei nicht mal richtig aus. Ich käme niemals auf die Idee, wie Frau Roche mit meinem Mann ins Puff zu gehen oder gar zu swingen – dazu fehlen mir die Kraft und der Humor. Wozu habe ich bitte geheiratet? Mich von der Straße des Exzesses in den Garten der Gemütlichkeit gerettet? Die kratzigen Dessous gegen bequeme Jogginghosen getauscht Welcher multiple Orgasmus kann die Freiheit ersetzen, sich nicht jede Damenblähung unbedingt und unter großer Gewalteinwirkung verkneifen zu müssen?

So sehr ich suche: Ich finde kein Tabu. In einem Bett kann man nämlich ab und zu auch bloß schlafen. Was aber, wenn nur noch geschlafen wird? Die meisten meiner Freundinnen, die über längere Zeit liiert sind, beklagen sich über zu wenig und zu unregelmäßige körperliche Zuwendung. (War das früher nicht mal umgekehrt?) Aber das ist wohl der Preis, den man für die Gemütlichkeit zahlt.

Pandora im Radio: Jeden 6. um 23 h auf 88.6