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Ehe für alle - Bischofskonferenz fordert klares Leihmutter-Verbot

Generalsekretär Schipka: "Haben auf bessere Lösung gehofft"

Die Österreichische Bischofskonferenz hat die Entscheidung der Regierungsparteien, den Widerstand gegen die Ehe von gleichgeschlechtlichen Paaren aufzugeben, zur Kenntnis genommen. Zugleich fordern die katholischen Kirchenvertreter ein klares Verbot der Leihmutterschaft.

"Wir haben auf eine bessere Lösung gehofft, müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass die Regierungsparteien eine solche nicht gefunden haben", erklärte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur "Kathpress". Weil damit auch der "Druck auf Zulassung der Leihmutterschaft" steige, "ist der Gesetzgeber jetzt gefordert, ein klares Verbot von Leihmutterschaft zu erreichen, um die Würde von Frauen und Kinder zu schützen", fügte Schipka hinzu.

Die katholischen Bischöfe hatten in sich in der Vergangenheit wiederholt für die Beibehaltung des klassischen Ehebegriffs eingesetzt. Erst vor einer Woche hatte Kardinal Christoph Schönborn die Regierung ersucht, Wege zu prüfen, um die Ehe als "Sicherung der Generationenfolge durch Mann und Frau" zu erhalten. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz verwies dabei auf die "Doppelfunktion des öffentlichen Gelöbnisses und der Sicherung der Generationenfolge durch Mann und Frau". Letztere Funktion sei "unersetzlich", so Schönborn.

Erleichtert und positiv reagierte man indes bei der Homosexuelleninitiative HOSI. "Es ist die richtige, unausweichliche Entscheidung, dass die Ehe nun endlich für Lesben, Schwule und Bisexuelle geöffnet wird", sagte der Wiener HOSI-Obmann Moritz Yvon. "Besondere Anerkennung gebührt Justizminister Josef Moser, der sich trotz Druck aus FPÖ und Kirche entschieden hinter den Verfassungsgerichtshof gestellt und Respekt vor dessen Entscheidung eingefordert hat." Dank für Unterstützung gab es auch Richtung SPÖ, NEOS, Grüne und Liste Pilz.

Zugleich forderte die Initiative weitere Gleichstellungsschritte für Homosexuelle. "Es bleibt unklar, ob die Eingetragene Partnerschaft als zeitgemäßes Rechtsinstitut erhalten bleibt. Wir würden es sehr begrüßen, wenn die Regierung sich auch hier zu einem Schritt in die Moderne durchringen kann", so Yvon.

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