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Ehe - Auch positive kirchliche Reaktionen

Caritas-Chef Landau trinkt Bier auf VGH

Die Ehe-Öffnung für Homosexuelle stößt in christlichen Kreisen nicht nur auf Kritik. Bei den Katholiken hat sich Kardinal Christoph Schönborn zuletzt zwar ablehnend gezeigt, die Katholische Aktion äußerte sich aber differenzierter, und Caritas-Präsident Michael Landau lobte gar den Verfassungsgerichtshof. Auf evangelischer Seite begrüßte Bischof Michael Bünker die Entscheidung.

Landau zeigte für katholische Kreise recht deutlich seine Zustimmung. "Gerichte sprechen Recht. Ihr untadeliger Ruf und ihre Integrität sind in einer Demokratie von höchster Bedeutung. @KlausSchwertner hat völlig recht: Es gibt viele gute Gründe, gerade in fordernden Zeiten auf den #VfGH ein Bier zu trinken", twitterte er noch am Dienstag, dem Tag der Höchstgerichtsentscheidung (http://go.apa.at/XzomqXdr).

Am Mittwoch übte die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich, Gerda Schaffelhofer, hingegen Kritik an der "politischen Handschrift" des VfGH. Gleichzeitig gestand sie angesichts der Reaktionen auf den Entscheid ein, "dass offenbar auch viele Katholiken die kirchliche Auffassung vom Wesen der Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau mit der prinzipiellen Möglichkeit, gemeinsame Kinder zu zeugen, nicht mehr uneingeschränkt teilen". Für den katholischen Familienverband kritisierte Präsident Alfred Trendl, dass die Offenheit für die Zeugung gemeinsamer Kinder als "Wesen der Ehe" negiert werde.

Vorbehaltlos positiv fiel hingegen die evangelisch-lutherische Reaktion aus. "Dass auch für gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die den Wunsch nach einer lebenslang verbindlichen Partnerschaft haben, der rechtliche Raum nun vollständig geöffnet wird, in dem Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung durch gesetzliche Regelungen geschützt und unterstützt werden, ist aus meiner Sicht zu begrüßen", so Bischof Bünker in einer Aussendung.

Die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau, die für den christlichen Glauben hoch einzuschätzen sei, werde dadurch keineswegs geschmälert. Bünker: "Im Gegenteil - sie wird noch einmal unterstrichen."

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