Ecuador von

Stolzes Land

In Julian Assanges Asyl-Land stehen Meerschweinchen auf dem Speiseplan

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    Das kleine südamerikanische Land Ecuador steigt für Wikileaks-Gründer Julian Assange auf die Barrikaden.

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    Präsident Rafael Correa meinte in einem Fernsehinterview: "Er will in unserem Land seine Mission vollenden, das hat mich sehr beeindruckt."

Das südamerikanische Ecuador ist anders. Und das nicht nur, weil es sich schützend hinter den Wikileaks-Gründer stellt. Das kleine Andenland ist von einer selten ungebändigter Natur, ist eigenwillig und rebellisch - und gewährt auch abenteuerlustigen Reisenden ein inspirierendes Asyl.

Seit Wochen genießt Julian Assange den Schutz der ecuadorianischen Botschaft in London. Von hier aus bedankte sich der 41-jährige Wikileaks-Gründer in seiner einschlagenden " Stoppt die Hexenjagd"-Rede auch für die Unterstützung aus Ecuador. Das kleine südamerikanische Land steigt für Assange richtig gehend auf die Barrikaden: Hunderte Ecuadorianer demonstrieren für dessen Unterstützung und Präsident Rafael Correa meinte in einem Fernsehinterview: "Er will in unserem Land seine Mission vollenden, das hat mich sehr beeindruckt." Mittlerweile unterstützt auch die Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) Assange .

Intoleranz im eigenen Land
Mit seinem Einsatz steht der kleine Andenstaat Ecuador auf einmal im Focus der Weltöffentlichkeit - ein Bild, das Correa zu gefallen scheint. Doch während Assanges Einsatz für die Pressefreiheit und gegen jegliche Zensur gelobt wird, ist der ecuadorianische Präsident nicht gerade bekannt dafür, die Menschenrechte und die Meinungsfreiheit im eigenen Land zu schützen. Kritische Journalisten werden vor Gericht gebeten und Oppositionelle verfolgt.

Meerschweinchen am Speiseplan
Nach wie vor ist völlig unklar, ob und wann Assange sein Asyl in Ecuador antreten kann. Fakt ist, Ecuador ist ein unheimlich abwechslungsreiches Land. Der Äquator, der dem Land seinen Namen gab, trennt es in zwei Teile. Landschaftlich vereint Ecuador vier Welten: die Anden, das Amazonas-Gebiet, die Küste und die berühmten Galápagos-Inseln . Man kann hier alle Landschaftsformen der Welt finden und seltene Tiere treffen. Auch auf der Speisekarte stehen - für uns - exotische Speisen : allen voran Meerschweinchen. Die gezüchteten "Cuy" sind hier eine Spezialität, die man allerdings nur im Restaurant essen sollte. Das sehr fettige Fleisch wird gerne gegrillt und mit einer Erdnusssoße serviert.

Das muss man in Ecuador gesehen haben:
Quito und Cuenca sind Weltkulturerbe mit kolonialen Altstädten. Das UNESCO Weltnaturerbe Galápagos sollte bei keinem Ecuador-Besuch fehlen. Das Land der Kartoffeln ist ideal für Bergsteiger: das Klimas ermöglicht auch Unerfahrenen einen 4- oder 5.000er zu erklimmen. Geübte Bergsteiger finden am Cotopaxi , mit 5.897 Metern der höchste aktive Vulkan der Erde, eine spannende Herausforderung. Unbedingt bereisenswert ist auch das " Mitad del Mundo " - das Denkmal "Mitte der Welt". Hier kann man mit einem Bein auf der Süd- und mit dem anderen auf der Nordhalbkugel der Erde stehen. Nicht minder abenteuerlich ist die Zugfahrt von Riobamba nach Alausi auf dem Dach der Eisenbahn.

Die Küste Ecuadors ist ein Paradies für Surfer . Besonders von November bis Januar finden Wellenreiter hier ideale Bedingungen vor. Neben der Surfhauptstadt Montañita warten auch Ayampe und Punta Carnero mit langen Stränden und hohen Wellen auf.

Für Naturliebhaber unvergesslich: Den Wechsel der Klimazonen kann man an nur einem Tag im Nationalpark Sangay erleben. Hier gehen schneebedeckte Vulkangipfeln in dichte Nebelwälder und tropische Wasserfälle über. Wer den Regenwald erforschen will, übernachtet in einer Bambus-Lodge, geht auf Glühwürmchen-Beobachtung bei nächtlichen Kanufahrten, wäscht Gold am Fluss oder sucht die Begegnung mit einem Schamanen.

Einzigartig in Ecuador ist " die Straße der Vulkane ": Zwei parallel verlaufende Vulkanketten mit schneebedeckten Gipfeln durchziehen Ecuador von Norden nach Süden. Nicht ganz so heiß geht es bei den Thermalquellen von Papallacta zu: Nur eineinhalb Stunden von Quito entfernt liegen sie auf über 3.000 Metern Höhe. Von den angenehm warmen Pools aus kann man den Kolibris beim Nektar sammeln zuschauen. Partylöwen suchen zurück in Quito das legendäre Party-Viertel El Mariscal auf, das wegen seines hohen Touristenanteils auch "Gringolandia" genannt wird.


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