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Die Wahlwerber

Wen die Politiker wählten

Julia Schnizlein © Bild: Ian Ehm
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Kern, Kurz oder doch Strache? Vier Monate vor der Nationalratswahl schlägt jetzt wieder die Stunde der Werber und Kampagnenstrategen. Egal ob über klassische Werbeschaltungen, Social Media oder schlichte Stimmungsmache -sie werden in den kommenden Wochen alles daran setzen, dass die Wähler ihr Kreuz am 15. Oktober an der "richtigen" Stelle setzen.

Dafür, dass Christian Kern Bundeskanzler bleibt, soll dem Vernehmen nach Michael Kapfer von der Agentur GGK Mullenlowe, vormals Lowe GGK, sorgen. SPÖ-intern gibt es zwar noch Differenzen, weil so mancher eine andere Agentur lieber am Zug sähe und auf einen Pitch drängt, aber Kern, heißt es, soll die GGK favorisieren. Für Strategie und Kommunikation wird Stefan Sengl zuständig sein. Zum Kundenkreis des 43-jährigen PR-Beraters zählen üblicherweise junge Start-ups und NGOs ebenso wie Spitzenpolitiker. 2010 managte er Heinz Fischers Präsidentschaftswahlkampf. Für die Zeit des Nationalratswahlkampfes hat er sich von seiner Agentur, The Skills Group, karenzieren lassen.

Sebastian Kurz und seine "Neue Volkspartei" setzen im Wahlkampf auf das Campaigning Bureau von Philipp Maderthaner. Einst jüngster Pressesprecher in Erwin Prölls Landes-ÖVP, kampagnisiert er heute nach amerikanischem Vorbild für Politiker und Firmen. Schon im Nationalratswahlkampf 2013 hatte Maderthaner den Vorzugsstimmenwahlkampf für Kurz gemanagt -sein Spezialgebiet ist die Mobilisierung, sodass aus "Fans aktive Mitstreiter" werden, liest man auf seiner Homepage. Denn wer auf eine große Anhängerschaft bauen könne, mache sich unabhängiger von Strukturen in der eigenen Partei, aber auch von Medien, sagte Maderthaner unlängst dem "Horizont". Für die klassische Werbung, sprich für Zeitungsinserate, Plakate, TVoder Radiospots, ist die Agentur Blink verantwortlich.

Die FPÖ will ihre Wahlkampfwerbung wie üblich so wenig wie möglich aus der Hand geben. "Wir entwickeln unsere Kampagne im eigenen Haus. Aus Kostengründen und weil wir selbst den besten Bezug zum eigenen Produkt haben", sagt das kreative Mastermind der Partei, Herbert Kickl.

Um wilde Materialschlachten in der heißen Phase zu verhindern, sind die Wahlkampfkosten mit sieben Millionen Euro pro Partei begrenzt. Ob sich die Fraktionen daran halten werden, ist aber fraglich. Die ÖVP lag bei der letzten Nationalratswahl 2013 mit 11,2 Millionen Euro deutlich über der Grenze -die SPÖ mit 7,3 Millionen knapp, aber doch.

Was meinen Sie? schnizlein.julia@news.at