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Wie wäre es mit einer Frau bei der OMV?

Esther Mitterstieler über den bald vakanten Aufsichtsratsposten beim Ölkonzern

Esther Mitterstieler © Bild: News

Lesern soll man eigentlich keine Fragen stellen. Regen diese zum Denken an, sind sie aber allemal erlaubt. Ab Mai wird dem Aufsichtsrat der OMV ein Chef fehlen. Peter Oswald hat neben seinem Job als Mondi-Europachef keine Zeit mehr dafür. Oswalds Entscheidung war eine ebenso richtige wie ungewöhnliche. Zuvor hatte er noch die Weichen in der Strategie und im Management (Vorstandschef Rainer Seele , Finanzvorstand Reinhard Florey ) gestellt.

Aufsichtsratsposten sind hierzulande beliebt. Vor allem bei Männern. Nur 14 Prozent aller Aufsichtsräte sind Frauen, zeigt eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer; in der EU sind es 17 Prozent. Dabei ergeben diverse Studien, dass ein weibliches Element Führungsgremien mitunter erfolgreicher macht.

Der Zürcher Professor und Verhaltensökonom Ernst Fehr sagt: „Diverse Studien, darunter von Ulrike Malmendier in Berkley, haben gezeigt, dass CEOs oft ihre eigenen Fähigkeiten und auch die Kapazitäten ihres Unternehmens systematisch überschätzen und dies die Aktionäre, die Anleger, aber auch die CEOs selbst sehr viel Geld kosten kann. Und die CEOs großer Unternehmen sind heute immer noch in der Regel Männer.“ Dass auch eine Frau den Aufsichtsrat eines großen Unternehmens führen kann – vorausgesetzt natürlich, dass sie die notwendige Erfahrung und die inhaltlichen Kompetenzen besitzt –, ist für den gebürtigen Österreicher kein Thema: „Frauen neigen, dies zeigt die Evidenz deutlich, viel weniger stark zur Selbst überschätzung und sind sicherlich genauso gut wie Männer geeignet, in diesen Spitzenjobs erfolgreich zu sein.“

Dann könnte also die OMV durchaus eine Frau vertragen. Birgit Kuras , scheidende Vorständin bei der Wiener Börse, kommt infrage. Brigitte Ederer , die zu Weihnachten verlangte, die OMV dürfe nicht in private Hände geraten, könnte es ebenso, hat aber mit dem Aufsichtsratsvorsitz der ÖBB und weiteren Mandaten vielleicht schon genug zu tun. Außerdem wird das Mandat wohl eher einem Menschen mit Nähe zur bürgerlichen Parteienlandschaft erteilt werden. Man(n) darf gespannt darauf sein, ob das auch eine Frau sein kann.

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