Economy Class von

Europa ohne Grenzen als Fundament

Warum IV-Kapsch für Van der Bellen ist

Esther Mitterstieler © Bild: News

Die Industriellenvereinigung (IV) vertritt nicht nur Unternehmen aus der Industrie, sondern auch Banken und Energieversorger. Das breite Spektrum sorgt für mehr Mitgliedereinnahmen, aber auch für weniger Schärfe, was das Zielpublikum anbelangt. IV-Präsident Georg Kapsch scheint es immer besser zu gelingen, die Diversitäten zu vereinen. Ein großer Betrieb ist trotzdem nicht mehr so richtig dabei: Cord Prinzhorn zahlt mittlerweile keinen Mitgliedsbeitrag mehr. Auf Anfrage lässt er schriftlich ausrichten: "Wir sind de facto ausgestiegen, da wir nichts mehr zahlen. Weitere Informationen können wir dazu nicht geben, da sich die IV nie wieder dazu bei uns gemeldet hat."

Zur Erinnerung: Der Industrielle hatte sich vor allem über die Reformunwilligkeit der Organisation beschwert. Damit war er nicht allein. Viele Industrielle lassen über die Bundesorganisation nichts kommen, die Landesorganisationen stehen allerdings im Fokus der Kritiker. Der Industrielle Alfred Heinzel war Prinzhorn im April zur Seite gesprungen. Jetzt ist Heinzel zurückhaltender: "Georg Kapsch macht einen guten Job. Ich zahle noch den Beitrag, aber ich versuche, meinen Einfluss geltend zu machen."

Dieser Einfluss sollte wohl auch dahin gehend wirken, dass die IV nicht für politische Auftritte zur Verfügung steht. Kapsch war bei einer Wahlkampfveranstaltung zur Unterstützung des Kandidaten Alexander Van der Bellen. "Es stellt sich nicht die Frage ,Van der Bellen oder Hofer?', sondern die Frage ,Pro-oder antieuropäisch?'", sagte Kapsch. "Unternehmer müssen sich bewusst sein, welche negativen Konsequenzen ein nationalistisches Europa für die europäische Wirtschaft hat." Mehrere IV-Landespräsidenten haben sich ähnlich geäußert.

Trotzdem sind nicht alle Industriellen begeistert -im Gegenteil. Traditionsgemäß hält sich die Vereinigung politisch zurück, doch in der Regierungszeit von Kanzler Wolfgang Schüssel erkannte man deutliche schwarzblaue Sympathien. Kapsch ist also nicht der erste IV-Chef, der politisch Stellung bezieht -als Privatperson.

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir bitte: mitterstieler.esther@news.at

Kommentare