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Formel-1-Boss Ecclestone macht
sich keine Sorgen um Red Bull

Zukunft des österreichischen Teams sei wegen erster Misserfolge nicht in Gefahr

Bernie Ecclestone im Gespräch mit Christian Horner © Bild: GEPA pictures/ XPB Images/ Charniaux

Bernie Ecclestone macht sich keine Sorgen, dass Red Bull bei ausbleibendem Erfolg aus der Formel 1 aussteigen könnte. Das Team des österreichischen Getränkeriesen hat die vergangenen vier Weltmeisterschaften der Motorsport-Königsklasse dominiert. Bei den Tests für die kommende Woche beginnende Saison fuhren die Bullen allerdings, gebremst auch von Problemen mit dem Renault-Motor, hinterher.

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"Red Bull rennt nicht einfach weg, nur weil sie nicht wieder alles gewinnen", versicherte Ecclestone in der "Bild"-Zeitung von Mittwoch. "Aber es ist sehr enttäuschend für das Team, dass sie im Moment klar von Mercedes abgehängt werden." Über den Renault-Motor könne sich der Rennstall um den deutschen Serienweltmeister Sebastian Vettel aber nicht beschweren. Ecclestone: "Schließlich haben sie damit vier Jahre die WM gewonnen."

Für die neue Saison müssen die V8-Saugmotoren aber Sechszylinder-Turbos Platz machen. Ecclestone gefällt das gar nicht. "Ich befürchte das Schlimmste", sagte der Chefvermarkter der Königsklasse. "Formel 1 ist Unterhaltung, sie muss laut und schnell sein." Er habe nie einen Sinn darin gesehen, die Motoren aus Energiespargründen zu wechseln.

Ecclestone sieht Silberpfeile vorne

Die besten Karten vermutet Ecclestone derzeit bei den Silberpfeilen. "Mercedes sieht schnell aus, sie haben wohl den stärksten Motor und können im Kampf um die WM eine entscheidende Rolle spielen", meinte der 83-jährige Brite. Vielleicht verliere Red Bull in dieser Saison. Aber so sei das Leben. Ecclestone: "Viele Leute möchten Vettel verlieren sehen, weil es dann endlich wieder spannend wird."

Red Bull Racing und Sebastian Vettel bei den Testfahrten in Bahrain
© Andrew Hone/Getty Images Bei den Testfahrten sah man die Autos von Red Bull öfters in der Box als auf der Strecke

Für ihn selbst wird es am 24. April in München spannend. Dann muss Ecclestone zu seinem Schmiergeldprozess vor Gericht erscheinen. "Ich hätte den Prozess mit Geld verhindern können, aber ich habe nicht bezahlt", sagte Ecclestone der "Bild". Auf Details wollte er auf Nachfrage nicht eingehen. "Dieser Prozess ist eine weitere Hürde in meinem Leben, die ich nehmen muss. Jetzt muss ich da durch. Ich hoffe das Beste."

Ecclestone muss sich wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue des früheren BayernLB-Vorstandes Gerhard Gribkowsky beim Verkauf der Formel-1-Anteile der Bank im Jahr 2006 verantworten. Ecclestone bestreitet die Vorwürfe und hatte nach Anfang Februar versichert, er glaube nicht, dass es zu dem Prozess komme. Mittlerweile stellt sich das anders dar. Ecclestone: "Ich werde ganz sicher dort sein. Es lässt sich wohl nicht verhindern."

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