Epidemie von

Ebola: Neuer Verdachtsfall in Spanien

Mann war auf Dienstreise in Sierra Leone. WHO: Schon über 1.200 Tote in Westafrika.

Ebola: Mit Schutzkleidung ausgestattete Helfer © Bild: APA/EPA/Ahmed Jallanzo

In Spanien ist erneut ein Ebola-Verdachtsfall aufgetreten. In der baskischen Wirtschaftsmetropole Bilbao wurde ein Patient wegen einer möglichen Ebola-Infektion in die Quarantäne-Station eines Krankenhauses gebracht. Wie die Gesundheitsbehörden am Dienstag mitteilten, war der Mann kürzlich von einer Dienstreise aus dem westafrikanischen Land Sierra Leone zurückgekehrt.

Laboruntersuchungen sollen nun klären, ob er sich mit dem gefährlichen Virus infiziert hat. Am Sonntag hatte sich bei einem Patienten in der südostspanischen Hafenstadt Alicante ein Ebola-Verdacht nicht bestätigt. Frühe Ebola-Symptome wie etwa Fieber oder Durchfall können auch von etlichen anderen Erkrankungen wie etwa Malaria herrühren.

Verdachtsfall auch in Berlin

In einem Jobcenter in Berlin-Pankow ist am Dienstag eine Frau, die aus Afrika kommt, wegen Verdachts auf Ebola von Notärzten behandelt worden. Die Patientin habe die typischen Anzeichen der Infektionskrankheit wie hohes Fieber gezeigt, sagte ein Feuerwehrsprecher vor dem Jobcenter.

Die Frau wurde erst in einem Notarztwagen isoliert und soll zur Untersuchung in eine Spezialklinik gebracht werden. Genauere Angaben zu ihrer Herkunft machten die Behörden nicht. Die Besucher des Jobcenters durften das Gebäude zunächst nicht verlassen.

Immer mehr Ebola-Tote

Durch die Ebola-Epidemie in Westafrika sind wahrscheinlich bereits mindestens 1.229 Menschen umgekommen. Aus den vier direkt betroffenen Ländern Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone seien zwischen dem 14. und 16. August 113 neue Fälle gemeldet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag mit. 84 dieser Patienten seien gestorben.

Von den nunmehr 1.229 registrierten Todesfällen seien 760 eindeutig als Folge einer Infektion mit dem Virus bestätigt, bei den anderen Fällen bestehe ein begründeter Verdacht auf Ebola. Die WHO geht davon aus, dass die tatsächlichen Fallzahlen höher liegen, da vor allem in ländlichen Gebieten längst nicht alle Erkrankungen und Sterbefälle von den nationalen Gesundheitsbehörden registriert werden.

Ganze Städte unter Quarantäne

Die Bemühungen um die Eindämmung der Epidemie seien weiter verstärkt worden, berichtete die WHO. So hätten die Regierungen der betroffenen Länder inzwischen mehrere Quarantänezonen eingerichtet. Dazu gehörten auch ganze Städte - unter anderem Gueckedou in Guinea, Kenema und Kailahun in Sierra Leone sowie Foya in Liberia.

In Nigeria - dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas - teilte das Gesundheitsministerium mit, dass 195 Patienten wegen Ebola-Verdacht unter Beobachtung stehen. Bisher seien zwölf Fälle bestätigt worden. Vier Ebola-Patienten hätten sich von der lebensgefährlichen Erkrankung erholt und das Krankenhaus verlassen.

Die WHO wies in ihrer Mitteilung erneut darauf hin, dass nach ihrer Einschätzung keine Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr oder im Handel erforderlich sind. Es müssten lediglich jenen Menschen Reisen verwehrt werden, die infiziert sind oder bei denen ein klarer Verdacht auf eine Ebola-Infektion besteht.

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