Kampf gegen die Epidemie von

Ebola-Impfung wird sehr teuer

Infektiologe rechnet mit hohen Kosten für Schutz - Für viele Afrikaner unleistbar

Ärztin mit Ebola-Spritze © Bild: Richard Juilliart/AFP/Getty Images

Die internationale Gemeinschaft muss mit hohen Kosten für die Impfungen gegen Ebola rechnen. "Eine Impfung wird sicher über 100 Euro kosten", sagte der Chef der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin Leipzig, Professor Bernhard R. Ruf, am Mittwoch bei einem Gesundheitskongress auf der Medizinmesse Medica in Düsseldorf. In Afrika könnten sich die Menschen solche Summen nicht leisten.

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"Da sind die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Industrie gefragt", mahnte Ruf. Forscher in Deutschland erproben derzeit einen Ebola-Impfstoff an Menschen. Er soll nach Angaben des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) in den nächsten sechs Monaten an zunächst 30 Freiwilligen getestet werden. Der von der WHO zur Verfügung gestellte Wirkstoff bestehe aus einem ungefährlichen Trägervirus, in den ein kleiner Baustein aus dem Ebola-Virus eingebaut sei. Ein Infektionsrisiko für die Probanden bestehe nicht. Im Falle erfolgreicher Tests könnte der Impfstoff nach Angaben des UKE etwa ab Herbst 2015 eingesetzt werden.

Impfung schon im Frühjahr möglich

Ruf hält es für möglich, dass die Ebola-Impfung sogar schon ab dem kommenden Frühjahr zum Einsatz kommen könnte. Die Frage sei aber, wie viel Impfstoff es dann gebe. Alle neuen Impfstoffe seien von der Produktion und Forschung her sehr teuer. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Ebola-Impfung "rasch funktionieren" werde. "Ebola ist eine klassische Virusinfektion", sagte Ruf. Beim Ebola-Virus gebe es bisher nur wenige Subtypen - etwa fünf an der Zahl. Es gebe auch keine Medikamentenresistenz.

Noch in dieser Woche wollen auch Wissenschafter der Uniklinik Tübingen im zentralafrikanischen Gabun beginnen, den Impfstoff an Freiwilligen zu testen. Weitere Studien laufen in den USA und sollen auch in der Schweiz starten.

"Hygiene ist das A und O"

Solange es aber keine Impfung gebe, "ist Hygiene das A und O", sagte der Tropenmediziner Ruf. Als Beispiel für einen erfolgreichen Kampf gegen Ebola nannte er Nigeria, das inzwischen von der WHO offiziell für Ebola-frei erklärt wurde. Dies liege unter anderem auch daran, dass das ganze Land mit Hygiene-Aufklärung überzogen worden sei.

Ebola hat in Westafrika schon mehr als 5.000 Todesopfer gefordert. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation am Mittwoch in Genf mit. Insgesamt gebe es seit Bekanntwerden des Ausbruchs der Seuche im März 14.098 bestätigte Ebola Infektionen und 5.160 Todesfälle. Es gibt der WHO zufolge jedoch Anzeichen dafür, dass die Zahl neuer Fälle in Guinea und Liberia landesweit nicht mehr steigt.

Angst vor Ausbreitung in Mali

Allerdings wächst nach dem zweiten Ebola-Todesfall im westafrikanischen Mali die Angst vor einer Ausbreitung der Seuche in dem Land. Mali hat eine 800 Kilometer lange Grenze zu Guinea, das neben Liberia und Sierra Leone zu den hauptbetroffenen Ländern gehört. Die Behörden stellten am Mittwoch zahlreiche Menschen unter Quarantäne, die in Kontakt mit einem am Dienstag verstorbenen Krankenpfleger gekommen waren.

Der 25-Jährige habe in einer Privatklinik in der Hauptstadt Bamako gearbeitet. Dort steht ein Arzt im Verdacht, sich mit der Seuche infiziert zu haben. Der Pfleger sei am Dienstag positiv auf Ebola getestet worden und noch am Abend verstorben, teilte die Regierung mit. Alle notwendigen Schritte seien eingeleitet worden. Einen Zusammenhang zum ersten Ebola-Todesfall in Mali vom Oktober gebe es nicht.

Kommentare

na e'h kloa, in die eigenen leute wird sicher nix investiert aber in das ausland vergebenen wir immer gerne kohle, schaut ja gut aus oder?? aber hauptsache es leben staatsbürger immer noch unter der armutsgrenze

Bill Rizer

Ich seh schon kommen wer das finanziert.

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