Epidemie von

Ebola-Gefahr: Österreich gewappnet

Ablaufpläne für Verdachtsfälle ausgearbeitet. EU: Luftbrücke zu betroffenen Ländern.

Ebola Themenbild © Bild: APA/EPA/Christian Charisius

Im Gesundheitsministerium sind am Dienstagabend detaillierte Ablaufpläne zum Umgang mit Ebola-Verdachtsfällen in Österreich vorgestellt worden. Es sei der Entschluss gefasst worden, "eine offensive Strategie zu gehen", um der Bevölkerung die Angst zu nehmen, sagte Ressortchefin Sabine Oberhauser (SPÖ). Experten versicherten, Österreich sei gut vorbereitet und geschützt.

"Man muss sich wahrscheinlich vor jeder Grippe mehr schützen, als man sich vor Ebola schützen muss", hielt Oberhauser zu Beginn des kurzfristig einberufenen Termins fest. Dennoch seien "Maßnahmen zum Schutz der österreichischen Bevölkerung" ergriffen worden, erläuterte Pamela Rendi-Wagner, Sektionsleiterin für Öffentliche Gesundheit im Ministerium. Seit Ausbruch der Epidemie in Westafrika gibt es zumindest wöchentliche Gespräche mit Behörden und Experten.

Wann besteht ein Risiko in Österreich?

In Österreich bestehe dann ein erhöhtes Risiko, wenn importierte Fälle nicht rasch identifiziert werden, die Versorgung von Patienten ohne geeignete Schutzmaßnahmen stattfindet oder wenn es zu ungeschütztem Kontakt mit Sekreten eines symptomatischen Patienten kommt, sagte der verantwortliche Experte im Gesundheitsministerium, Peter Kreidl. Bisher gab es in Österreich fünf Ebola-Verdachtsfälle, die sich nicht bestätigten. Der Fall eines 15-jährigen Flüchtlings aus Liberia in Salzburg zählt nicht dazu.

Für das Auftreten weiterer möglicher Verdachtsfälle wurden nun verschiedene Maßnahmenpakete ausgearbeitet. Der Leitfaden für die Erstbeurteilung eines Patienten führt beispielsweise von der grundlegenden Frage, ob epidemiologische Kriterien - wie der kürzliche Aufenthalt in einem betroffenen Gebiet oder der Kontakt zu einem (möglichen) Ebola-Patienten - vorliegen, bis zur Isolation unter höchster Sicherheitsstufe bei großem Übertragungsrisiko. Auch für den Labornachweis einer möglichen Ebola-Erkrankung und die einzuhaltenden Meldewege an die unterschiedlichen Behörden bis hin zur Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es Ablaufpläne des Ministeriums.

"Grauslich", aber nicht leicht übertragbar

Ebola ist eine "grausliche Erkrankung", dafür allerdings nicht leicht übertragbar, berichtete Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes. In der jüngsten Zeit hätten sich immer wieder Patienten beim Notruf gemeldet, die bei sich Ebola befürchteten. Das Risiko könne dann aber am Telefon meist recht schnell ausgeschlossen werden, wenn es keine Verbindung zu infizierten Personen gab. Für den Ernstfall sind laut Foitik in jedem Rettungsauto in Österreich mehrere Schutzanzüge vorhanden. Bei Verlegungen von Ebola-Patienten von einem Spital zu einem anderen würde außerdem ein Hochinfektionsteam mit einem speziellen Fahrzeug, das in Graz stationiert ist, zum Einsatz kommen.

Sein Krankenhaus habe nach der telefonischen Vorankündigung eines Verdachtsfalles etwa eine halbe Stunde bis Stunde Vorbereitungszeit, erläuterte Christoph Wenisch von der Infektionsabteilung am Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien. Blutproben werden noch an Ort und Stelle in der Isolierstation getestet, damit möglicherweise hochinfektiöse Proben nicht unnötig umhertransportiert werden. Außerdem müssen alle Abfälle chemisch behandelt werden, damit aus dem infektiösen nur noch chemischer Müll wird. Vom Personal sind dabei stets Schutzanzüge zu tragen.

Internationale Zusammenarbeit notwendig

Um den Ebola-Ausbruch zu stoppen, ist internationale Hilfe absolut notwendig, waren sich die Experten einig. Österreich habe bisher 200.000 Euro aus dem Budget für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung gestellt und 900 Schutzanzüge nach Westafrika geliefert. Derzeit befinden sich insgesamt fünf heimische Helfer des Roten Kreuzes und von Ärzte ohne Grenzen in den Krisengebieten.

Ebola-Patient in USA gestorben

Ein aus Liberia stammende Ebola-Patient im US-Bundesstaat Texas ist tot. Thomas Eric Duncan sei am Mittwochmorgen um 07.51 Uhr (Ortszeit, 14.51 Uhr MESZ) verstorben, teilte das Krankenhaus Texas Health Presbyterian in Dallas mit. Duncan hatte sich in seinem Heimatland mit Ebola infiziert, das tödliche Virus wurde aber erst nach seiner Einreise in die USA diagnostiziert.

Fünf Verdachtsfälle in Spanien

In Spanien hat sich ein weiterer Ebola-Verdachtsfall als unbegründet herausgestellt. Der Test bei einem Mann, der von einer Reise aus Nigeria zurückgekommen war, sei negativ ausgefallen, teilten Gesundheitsbehörden am Mittwoch mit.

Der Mann ist einer von fünf Personen, die nach Bekanntwerden der ersten Ebola-Infektion außerhalb Afrikas in Madrid im Krankenhaus isoliert wurden. Infiziert ist eine Krankenschwester, die nach Madrid gebrachte Ebola-Erkrankte betreut hatte. Bereits am Dienstag hatte sich der Ebola-Verdacht bei einer weiteren Krankenschwester als unbegründet herausgestellt. Bei drei Verdachtsfällen stehen die Testergebnisse noch aus.

EU richtet Luftbrücke ein

Die Europäische Union richtet eine Luftbrücke in die von der Ebola-Epidemie betroffenen Staaten in Westafrika ein. Mit rund einer Million Euro sollten Flüge nach Sierra Leone, Liberia und Guinea finanziert werden, kündigte die EU-Kommission an. Die erste von drei Großraummaschinen vom Typ Boeing 747 werde am Freitag rund 100 Tonnen Hilfsgüter von Amsterdam in die sierra-leonische Hauptstadt Freetown bringen.

Mit weiteren drei Millionen Euro will die EU ein Evakuationssystem aufbauen, mit dem im Notfall infizierte internationale Hilfskräfte in weniger als 48 Stunden in europäische Krankenhäuser gebracht werden können. Seit Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika hat die EU-Kommission nach eigenen Angaben bereits rund 180 Millionen Euro zur Unterstützung der betroffenen Staaten bereitgestellt.

Kommentare

genau. hier funktioniert gar nichts, niemand fühlt sich verantwortlich. die politiker werden als erste fliehen, falls was passiert. feiges, dummes land.

klar, Österreich ist was besonderes, solche lächerlichkeiten wie Ebola haben hier keine Chance.ahnungslose idioten.

Aufgrund der derzeitigen Flüchtlingsströme kann Österreich gar nicht gewappnet sein um ein Einbringen des Virus in unser Land zu verhindern. Und mit der Verteilung der Flüchtlinge auf die Bundesländer wird das Risiko der Streuung noch vergrößert. Warum gibt es kein zentrales Quarantäne Lager wo zuerst alle hinkommen um untersucht zu werden bevor eine Verteilung im Land passiert ?

Das wir d wieder einmal das Volk ordentlich verhöhnt!!!
In Afrika ist es "gefährlich und es droht eine Epedemie".
In Österreich ist es auf einmal nur mehr "grauslich, aber nicht leicht übertragbar".
Wozu tragen dann Ärzte einen so Hochsicherheitsanzug?

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