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Ebola - Virus hat Millionen-Stadt am Kongo erreicht

WHO will experimentellen Impfstoff einsetzen - Ärzte ohne Grenzen errichteten Behandlungszentren

Das lebensgefährliche Ebola-Virus hat in der Demokratischen Republik Kongo nun auch eine Millionenstadt erreicht. Aus der 1,2-Millionen-Einwohner-Stadt Mbandaka im Nordwesten des Landes, direkt am Kongo-Fluss gelegen, sei ein Fall gemeldet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag in Genf mit.

Die Krankheit wurde demnach in Wangata, einem der drei Gesundheitsbezirke der Stadt in der Provinz Equateur, registriert. Es ist bereits der neunte bekannte Ausbruch der Viruskrankheit in dem zentralafrikanischen Land seit 1976. Die WHO will in dieser Woche mit einer Impfkampagne in dem Land beginnen. Dafür soll ein experimenteller Impfstoff zum Einsatz kommen.

Der neue Fall in Mbandaka steht in Verbindung mit dem Epizentrum der Epidemie im Osten des Tumbasees in der Region Bikoro, berichtete Ärzte ohne Grenzen am Donnerstag. Insgesamt haben dort bisher 42 Menschen Symptome von Hämorrhagischem Fieber gezeigt: Zwei davon wurden als Ebola bestätigt, 20 weitere vermutet. 23 Menschen sind bereits gestorben. Mehr als 500 Menschen, die im Kontakt mit den Infizierten waren, standen unter Beobachtung.

Notfallteams von Ärzte ohne Grenzen haben eine Isolationszone im Krankenhaus von Mbandaka und eine im Spital in Bikoro errichtet. Zusätzlich werden zwei Ebola-Behandlungszentren in Mbandaka und Bikoro mit jeweils 20 Betten aufgebaut und mehrere Tonnen medizinischer Hilfsgüter inklusive Hygienematerial und Schutzanzügen etc. nach Mbandaka geliefert.

"Dies ist der neunte Ebola-Ausbruch im Kongo in den vergangenen 40 Jahren. Bisher sind alle in sehr isolierten Regionen aufgetreten, wie vergangenes Jahr in Likati. Dadurch hat sich die Epidemie nie weit verbreitet", erläuterte Henry Gray, Notfallkoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Mbandaka. "Das hat sich mit dem aktuellen Fall in Mbandaka nun geändert. Die Situation ist besorgniserregend, da die Krankheit eine urbane Gegend erreicht hat." Es sei daher "extrem wichtig", genau nachzuvollziehen, auf welchem Weg die Krankheit in die Stadt kam.

"Wir arbeiten sehr eng mit dem Gesundheitsministerium und anderen Organisationen zusammen, um eine Ausbreitung der Epidemie rasch und effizient zu vermeiden", berichtete Gray. Die Eckpfeiler des Einsatzes gegen Ebola sind eine rasche Behandlung und Isolation der Erkrankten, die Identifizierung von Menschen, mit denen sie in Berührung kamen, Aufklärungsarbeit und Information über notwendige Verhaltensänderungen rund um Beerdigungsrituale, um die Verbreitung der Krankheit einzudämmen.

Ende 2013 hatte eine verheerende Ebola-Epidemie mehrere westafrikanische Staaten heimgesucht. In den folgenden Monaten starben in Guinea, Sierra Leone und Liberia rund 11.300 Menschen an dem Virus. Ebola ist eine oft tödliche Virus-Krankheit. Die Übertragung der Krankheit geschieht durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten.

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