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"Eishockey-Boom nach Österreich"

Warum Andreas Nödl gekommen ist und was er in der EBEL erreichen will

NHL-Star Andreas Nödl im Innsbruck-Dress © Bild: APA/Illyes

"Wir fahren nicht nach Graz um zu verlieren", hat Andreas Nödl vor dem Gastspiel von HC TWK Innsbruck bei den 99ers angekündigt. Der NHL-Stürmer, der wegen des NHL-"lockout" in Österreich spielt, hielt Wort. Mit dem 25-Jährigen siegten die Innsbrucker Haie mit 3:2 und feierten damit ihren ersten Saisonsieg. Im Interview sprach Nödl über die Hoffnung auf weitere Siege, dass er bald seinen Jetlag überwunden hat und dass das Gastspiel der drei österreichischen NHL-Spieler einen kleinen Boom auslöst.

Erster Sieg für Innsbruck und für Sie - wie groß ist die Erleichterung?
Nödl:
"Am Freitag hätten wir schon in Ungarn gewinnen können, aber wir haben zu viele Fehler gemacht. Ich will nicht sagen dass wir diesmal super gespielt haben, aber wir haben super gekämpft, wir haben unsere Chancen verwertet und unser Tormann (Anm.: Patrick Machreich) war ein Wahnsinn. So gewinnt man Auswärtsspiele."

Woran lag es, dass Sie und ihre Mannschaft erst im Mitteldrittel besser ins Spiel gefunden haben?
"Graz hat super Stürmer, das war das Problem; dass wir sie teilweise nicht rausgebracht haben. Im zweiten und drittel Drittel haben wir gesagt, dass wir nicht so viel in unserem Drittel spielen können. Wir haben die Scheibe dann hart rausgespielt."

Wie geht es Ihnen mit der Umstellung?
"Die Eisfläche ist größer, das Spiel ist ein bisschen anders und ich habe sechs Monate lang kein Spiel mehr gespielt. Aber daran wird man sich schnell gewöhnen."

Wie geht es Ihnen körperlich?
"Das erste Drittel war ganz zäh, ich werde mich aber nie auf den Jetlag ausreden. Gestern und heute habe ich fast nur geschlafen, trotzdem habe ich noch Jetlag, keine Ahnung warum, weil ich eh fast die ganze Zeit schlafe. Ein paar Tage, dann wird das schon gehen."

Und jetzt kommt Innsbruck.
"Ich freue mich auf Innsbruck. Ich habe am Sonntag früh erstmals mit der Mannschaft trainiert. Herfliegen, Bus nach Wien, Bus nach Ungarn, Bus nach Graz, jetzt mit dem Bus zurück - ich will drei, vier Tage gut trainieren und Freitag und Sonntag dann endlich 100 Prozent dabei sein."

Was erwartet der Trainer von Ihnen?
"Dass ich immer 100 Prozent gebe. Dass die Spieler sehen, dass ich immer Vollgas gebe. Wenn man neun Spiele verloren hat, ist das Selbstvertrauen nicht hoch. So ein Sieg muss uns Selbstvertrauen geben. Aber wir können nicht nur eine Partie gut spielen und dann wieder fünf, sechs verlieren. Wir müssen am Freitag gegen den VSV wieder 100 Prozent geben."

Welche Erwartungen haben Sie an sich selbst? Sich mit Toren Selbstvertrauen holen?
"In Ungarn hätte ich einige Tore schießen können, heute hatten wir nicht allzuviele Chancen. Wir sind nie richtig offensiv ins Spiel gekommen. Das eine oder andere Tor muss ich schon machen, das gehört zu meiner Rolle dazu."

Wie haben Sie die Euphorie durch die NHL-Spieler in Österreich mitbekommen?
"Das finde ich super für das Eishockey. Ich hoffe, dass wir ein bisschen einen Eishockey-Boom nach Österreich bringen. Ich glaube, es ist super für Kinder, die sich vielleicht noch nicht so auskennen und nun wissen, dass es Österreicher gibt, die in der NHL spielen. Dass sie sich denken: Wenn es die schaffen, kann ich es auch schaffen. So ist es zumindest bei mir gegangen. Ich habe gesagt, Vanek hat es geschafft, warum nicht auch ich. Ich hoffe, dass es ein bisschen was bewirkt. Ich weiß nicht, wie lange wir hier sind, aber dass es einen Boom gibt, hoffe ich doch."

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