EADS-Lobbyist Steininger meldet sich zu Wort: Zahlung hat nichts mit Jets zu tun!

"Akkontierung eines zukünftigen Marketingkonzeptes" Steininger zahlte auch an Ex-FP-Kommunikationschef

Erhard Steininger, eine der zentralen Personen des Eurofighter-Deals, hat sich nach längerem Schweigen wieder zu Wort gemeldet. Der EADS-Lobbyist stellte über seinen Anwalt der APA ein Schreiben zu, in dem er darstellt, dass seine umstrittene Zuwendung an den suspendierten "Airchief" des Bundesheers, Erich Wolf, und dessen Frau nichts mit dem Eurofighter-Deal zu tun habe.

Wenig später rückte erneut Steininger in den Mittelpunkt. Laut Tageszeitung "Österreich" hat er auch an den früheren FPÖ-Kommunikationschef Kurt Lukasek Honorare gezahlt. Lukasek, lange Zeit einer der engsten Mitarbeiter von Peter Westenthaler, dem er auch im letzten Wahlkampf für das BZÖ zur Seite stand, bestätigte gegenüber der APA diese Informationen, die laut "Österreich" dem Steuerakt Steiningers entstammen. Allerdings betonte er, dass die Zuwendungen in Höhe von 28.500 Euro nicht 2002 erfolgt seien. Denn in diesem Jahr sei er ja noch bis in den Herbst hinein für die FPÖ tätig gewesen.

Nähere Angaben zum Datum wollte Lukasek nicht machen. Er habe von einer Firma des EADS-Lobbyisten Steininger "ein Honorar für eine entsprechende Gegenleistung" erhalten - beides nach seiner Tätigkeit in der Politik. Mehr gebe es nicht zu sagen, meinte Lukasek und verwies darauf, dass er vermutlich in den Eurofighter-U-Ausschuss geladen würde. Entsprechende Überlegungen bestätigte der Ausschussvorsitzende Peter Pilz. Eine Entscheidung soll in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Ausschusses fallen.

Steininger: Zahlungen haben nichts mit EADS zu tun
Indes rückte der in Thailand weilende Steininger aus, seinen Freund Wolf aus der Schusslinie zu nehmen. Die jüngst aufgedeckte Zahlung an die Firma des mittlerweile suspendierten "Airchief" und dessen Frau habe "nichts mit EADS bzw. Eurofighter oder dem damit verbundenen Beschaffungsvorgang zu tun", erklärte der Trauzeuge des Paares und bestätigte damit dessen Angaben. Die Zahlung in Höhe von 87.600 Euro sei lange nach der Typenentscheidung erfolgt, die Wolf auch überhaupt nicht getroffen habe.

(apa/red)