E.ON-Chef fürchtet sich vor EU-Kommision mehr als vor Russen: 'Wirkliche Bedrohung'

Bernotat kritisiert Aufspaltung der Energieerzeugung Doch Entflechtung wäre keine wahre Gefahr für E.ON

E.ON-Chef Wulf Bernotat hält die EU-Kommission für eine größere Gefahr für Europas Energiekonzerne als Russland. "Alle reden von Russland, doch die wirkliche Bedrohung kommt von der Europäischen Kommission", sagte Bernotat der "Financial Times". Vor allem in Osteuropa gibt es Ängste, Russlands staatlich kontrollierter Gazprom-Konzern könnte wichtige Teile der EU-Energiewirtschaft unter seine Kontrolle bringen.

Die EU-Kommission hingegen, die Bernotat mit seiner Kritik angeht, plant eine Aufspaltung von Energieerzeugung und Netzbetrieb bei den großen Energiekonzernen, um den Wettbewerb zu fördern und die Strompreise zu senken. Bernotat zeigte sich zuversichtlich, dass sein Unternehmen nicht zerschlagen wird.

Keine Entflechtung
"Ich bin ziemlich sicher, dass es nicht zur Entflechtung kommen wird", sagte der E.ON-Chef. "Solche Prozesse dauern in Brüssel lange, besonders wenn wichtige Mitglieder wie Frankreich und Deutschland dagegen sind." Allerdings betonte er: "Eine Entflechtung würde E.ON nicht killen." (APA/red)