E-MEDIA: Stärkt die Defensive für Mac!
In Sicherheitskreisen tickende Zeitbombe

Ausbruch von Apple-Viren nur eine Frage der Zeit Warum Experten besorgt sind und was dagegen hilft

E-MEDIA: Stärkt die Defensive für Mac!
In Sicherheitskreisen tickende Zeitbombe © Bild: APA/EPA

Apple-Computer werden immer beliebter. Fast jeder zehnte Computer weltweit ist ein Mac. Fragt man User, warum sie den „Apfel“ auserwählt haben, hört man meist – in dieser Reihenfolge – „wegen des coolen Designs“, „die Bedienung ist so einfach“ und „dann habe ich keine Probleme mit Viren!“. Design und Handling sind sicherlich in gewisser Weise Geschmacksfrage, beim Thema Sicherheit sollte der Fall eigentlich klar sein. Tja, sollte…

Apple lässt keine Gelegenheit aus, die Sicherheit seines Systems anzupreisen: „Virenschutz wird nicht benötigt. Der Unix-Kern ist zuverlässig und voll auf Sicherheit programmiert. Und Safari, der Web-Browser des Mac, warnt Sie, wenn Sie ein Programm laden, selbst wenn es sich als Bild tarnt.“ Tatsächlich gibt es nur ganz wenige Schädlinge, die Macs infizieren können, und keiner davon kann sich selbst replizieren.

Dennoch gilt der Mac in Sicherheitskreisen als tickende Zeitbombe. Einerseits macht ihn die rasante Verbreitung schön langsam zum lohnenden Angriffsziel, andererseits fand IBM jetzt heraus, dass auf Mac OS X gleich viele Sicherheitslücken entdeckt werden wie bei Windows – mit dem Unterschied, dass Microsoft die Lecks binnen Tagen flickt und Apple dazu oft monatelang braucht (siehe Statistik Seite 46).

Baukasten für Trojaner
Dass die Lunte brennt, zeigt ein Blick zurück. Anfang 2007 konnte man die Anzahl von Mac-Schädlingen an zwei Händen abzählen, heute sind es schon fast 300. Und kürzlich ist mit „OSX.Lamzev.A“ der erste Bausatz für Mac-Trojaner aufgetaucht. Candid Wuest von Symantec: „Solche Construction-Kits trugen entscheidend dazu bei, dass das Internet mit Windows-Viren überschwemmt wurde.“ Damals ging es Virenschreibern hauptsächlich um Anerkennung, heute um den gezielten Diebstahl persönlicher Daten.

Weitere Gefahren
Viren sind aber nicht das größte Sicherheitsproblem von Mac-Usern. Internet-Betrügereien, Phishing und Spam nahmen in den letzten Jahren massiv zu. Sie betreffen Apple-User im selben Ausmaß wie Anwender, die auf Windows arbeiten. Zwar verfügt Mac Mail über einen Werbefilter, und Safari warnt vor einzelnen kritischen Internetseiten, aber die Leistung dieser Security-Module kann längst nicht mit jenen professioneller Lösungen mithalten, wie sie in der Windows-Welt gebräuchlich sind.

Wie schützen? Antiviren-Software ist auf Macs nach wie vor kein Must-Have. Als Anwender sollte man allerdings zumindest darauf achten, Updates regelmäßig durchzuführen. Und zwar nicht nur des Betriebssystems, sondern möglichst aller installierter Programme: Browser, Player, Erweiterungen etc.

Windows am Mac
Wird immer populärer. Auf jedem fünften „Apfel“ dürfte bereits Windows installiert sein. Hier sind dieselben Sicherheitsvorkehrungen nötig wie am PC: Internet-Security-Software installieren und automatische Windows-Updates aktivieren.

(E-MEDIA/Kutscherauer)