Fakten von

Duzdar klagt Strache

Will Widerruf der Behauptung, sie habe Terroristin nach Österreich eingeladen

Muna Duzdar © Bild: APA/ROLAND SCHLAGER

SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar hat ihre Ankündigungen wahr gemacht und laut Interviews in den Samstag-Ausgaben mehrerer Zeitungen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache beim Handelsgericht Wien geklagt. Es geht um dessen Behauptung im ORF, Duzdar habe etwas mit der "Einladung von islamistischen Terroristen" zu tun.

Hintergrund ist der im April erfolgte Österreich-Besuch der palästinensischen Ex-Terroristin Leila Khaled. Dass diese von der Palästinensisch-Österreichischen Gesellschaft mit Duzdar als Präsidentin eingeladen wurde, hat die Staatssekretärin bereits wiederholt dementiert. Duzdar verlangt die Unterlassung und den Widerruf der Behauptung. Auch eine einstweilige Verfügung will sie erreichen.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sieht einer Klage gelassen entgegen. Das sagte er auf APA-Anfrage am Rande des Landesparteitages der FPÖ Kärnten. "Ich habe lediglich ein Interview der Terroristin mit der Tageszeitung 'Österreich' zitiert. Wenn Frau Duzdar jemanden klagen will, dann die Zeitung oder die Terroristin selbst", so Strache.

Duzdar für Schönborn"starkes Zeichen"

Unterdessen erklärte Kardinal Christoph Schönborn, er sehe die Ernennung der Muslima Muna Duzdar zur Staatssekretärin als "starkes Zeichen" sowohl für die Kirchen und Religionsgemeinschaften als auch für die Regierung. In seiner Kolumne in der Gratiszeitung "Heute" berichtete Schönborn außerdem von einer "ausgesprochen positiven" ersten Begegnung mit Duzdar.

Bei dem Treffen am Mittwochnachmittag im Erzbischöflichen Palais in Wien war laut Kathpress auch der Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, Peter Schipka, dabei. Duzdar ist unter anderem für Kultusangelegenheiten zuständig. Sie selbst praktiziert ihre Religion laut eigenen Aussagen nicht.

Österreich sei ein "Vorzeigeland für ein gutes Miteinander" der Religionen, gleichzeitig bewege die Angst vor "Islamisierung" viele Menschen, schreibt Schönborn. Es stehe einerseits die Frage im Raum, ob sich der Islam "in unsere demokratischen Spielregeln" einfügt - und andererseits die Frage, ob es den "Angstmachern" gelingen werde, "die Spannungen noch (zu) verstärken", meinte Schönborn unter Verweis auf den Brandanschlag auf das Asylquartier in Altenfelden. In dieser Situation gelte es, der neuen Staatssekretärin "alles Gute, ein feines Gespür für das Miteinander und den Segen Gottes" zu wünschen.