Durchbruch mit "Der Fall Jägerstätter"
und Popularität durch "Kottan ermittelt"

Schauspieler Kurt Weinzierl 77-jährig verstorben Tiroler auch für internationale Filme engagiert

Nicht nur seine legendären Kämpfe mit dem Kaffeeautomaten bleiben in Erinnerung: In seiner Rolle des Wiener Polizeidirektors Heribert Pilch in der TV-Serie "Kottan ermittelt" hat der Schauspieler und Regisseur Kurt Weinzierl breite Popularität erreicht. Den Durchbruch im Fernsehen feierte der aus Innsbruck stammende Weinzierl in der Rolle des katholischen Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter in Axel Cortis Dokumentarspielfilm (1971/72). Nun ist Weinzierl 77-jährig verstorben.

Seinen ersten Theaterauftritt hatte Weinzierl, der am 15. April 1931 in Innsbruck geboren wurde, 1943 als Statist am Tiroler Landestheater, doch schon als Fünfjähriger überraschte er Passanten in der Innsbrucker Mozartstraße mit einem Puppentheater. Seine Ausbildung begann er als 17-Jähriger, fünf Jahre später kam er ans Salzburger Mozarteum. Zuvor hatte er als Kochlehrling und als Verkäufer in einem Papierfachgeschäft gearbeitet. Nach seiner Abschlussprüfung am Mozarteum kehrte Weinzierl in seine Heimatstadt Innsbruck zurück und trat mit einer kleinen Gruppe im Gasthaus Kapeller auf. Über die heimischen Landestheater in St. Pölten, Klagenfurt und Salzburg gelangte er an verschiedene deutsche Bühnen.

Sein breites schauspielerisches Repertoire entwickelte Weinzierl bei mehrjährigen Engagements in Nürnberg, Braunschweig, Wuppertal und an den Münchner Kammerspielen weiter. Von 1976 bis 1981 gehörte er dem Ensemble der legendären Münchner "Lach- und Schießgesellschaft" an.

Auch international dabei
Im Fernsehen war er u.a. auch in den TV-Serien "Ein Schloß am Wörthersee" und - an der Seite von Karl Merkatz - in "Der Spritzen-Karli" zu sehen. Weinzierl machte auch Abstecher ins internationale Kino - u.a. war er in Hans Noevers Film "Der Preis des Überlebens" mit Michel Piccoli und in Rainer Werner Fassbinders "Berlin Alexanderplatz" zu sehen.

Die Schauspielerei war für Weinzierl, der Mitinitiator der Tiroler Volksschauspiele in Telfs war, "der tollste Beruf der Welt", doch auch als Regisseur hat er zahlreiche Inszenierungen geliefert. "Beim Regie führen kann man träumen", sagte er einmal. Weinzierl inszenierte u.a. am Bregenzer Theater am Kornmarkt die politische Farce "Der unheimliche Geliebte" von Lorenz Gutmann und Veronika Eberl. 1999 erhielt der Wahlmünchner das Österreichische Ehrenkreuz erster Klasse. (apa/red)