Düstere Prognosen für Industriestaaten:
Wirtschaft schrumpft 2009 um 4,2 Prozent

OECD senkt heurige Konjunkturprognose drastisch Weltweite Rezession sorgt für schlechte Aussichten

Düstere Prognosen für Industriestaaten:
Wirtschaft schrumpft 2009 um 4,2 Prozent © Bild: Reuters

Die OECD will die Konjunkturprognose für ihre 30 Mitgliedsländer drastisch senken. In den Industriestaaten sei im laufenden Jahr ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 4,2 Prozent zu erwarten, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird ihren genauen Ausblick auf die Konjunktur am Dienstag vorlegen.

Im November hatte sie für die OECD-Länder nur einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 0,4 Prozent vorhergesagt. Wegen der weltweiten Rezession haben seitdem zahlreiche Institute und Organisationen ihre Konjunkturprognosen gesenkt.

Der Industrie in den Euro-Ländern brechen unterdessen die Aufträge wegen der weltweiten Rezession in Rekordgeschwindigkeit weg. Sie lagen im Jänner um 34,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Brüssel mitteilte. Einen so starken Rückgang habe es bislang noch nicht gegeben. Deutschland verzeichnete mit 37,7 Prozent den stärksten Einbruch. Die Nachfrage sei in allen Bereichen geschrumpft, besonders aber bei Fahrzeugen und anderen Investitionsgütern, hieß es.

Experten erwarten frühestens ab Jahresmitte eine Stabilisierung bei den Industrieaufträgen. "Die Aussichten bleiben vorerst schlecht", sagte Giada Giani von der Citigroup. Die Wirtschaft der 16 Euro-Länder sei im zu Ende gehenden ersten Quartal voraussichtlich noch stärker geschrumpft als Ende 2008, als es ein Minus von 1,5 Prozent gab, sagte Howard Archer von IHS Global Insight. Das werde die Europäische Zentralbank (EZB) dazu bewegen, den Leitzins im April von 1,5 auf ein Prozent zu senken. Bis Jahresmitte werde sie ihn auf 0,5 Prozent zurücknehmen. Mit billigem Geld kann die EZB die Nachfrage stützen.
(apa/red)