Dürre historischen Ausmaßes in China: Regierung verhängt in 8 Provinzen Notstand

Vier Millionen Chinesen ohne Trinkwasserversorgung Trockenheit in Henan schlimmste Dürre seit 1951

Dürre historischen Ausmaßes in China: Regierung verhängt in 8 Provinzen Notstand © Bild: AP/Color China

Wegen einer Dürre "historischen Ausmaßes" hat die chinesische Regierung den Notstand über die betroffenen Regionen verhängt. Staats- und Parteichef Hu Jintao rief lokale Behörden zum Kampf gegen die Auswirkungen der schlimmen Trockenheit aus. Die Regierung stellte weitere 300 Millionen Yuan (34 Millionen Euro) Soforthilfe bereit. Rund vier Millionen Menschen mangelt es an Wasser. Die Dürre bedroht das Wintergetreide in acht Provinzen. Knapp die Hälfte der winterlichen Getreideproduktion ist betroffen. Rund 1,85 Millionen Stück Vieh leiden unter Wassermangel.

Mit der Ausrufung des Notstands der Stufe Zwei wurden die lokalen Behörden angewiesen, mit allen Mitteln die Ernten zu sichern. Außerdem wurden Notfallpläne aktiviert. Besonders den Bauern, die ihre Felder bewässern müssen, soll geholfen werden. Zehntausende Helfer sollen aktiviert werden, um Trinkwasser für Mensch und Tier sicherzustellen. Spezielle Finanzhilfen sollen für besonders arme Gebiete bereitgestellt werden. Es solle auch versucht werden, Regen künstlich auszulösen, indem Wolken geimpft werden.

Kein Regen in den kommenden Tagen
Eine Veränderung des Wetters ist nicht in Sicht. In den betroffenen Regionen wird für die kommenden zehn Tage kein Regen vorhergesagt. Der Dürrenotstand wurde in Henan, Anhui, Shanxi und Shaanxi ausgerufen. Betroffen sind auch Shandong, Hebei, Gansu, Jiangsu sowie Regionen von Hubei und Hunan. In vielen Gebieten sind die Niederschläge um 70 Prozent niedriger als sonst. "Die Dauer, das Ausmaß und die Auswirkungen der Dürre sind selten", sagte der Chef der Meteorologischen Verwaltung, Zheng Guoguang, laut "China Daily".

In der zentralchinesischen Provinz Henan ist die Dürre die schlimmste seit mehr als fünf Jahrzehnten. 63 Prozent der Getreidefelder sind dort betroffen. Auch die Provinz Anhui leidet schwer unter den ausbleibenden Regenfällen. Die Getreideproduktion in den besonders unter Trockenheit leidenden Regionen der beiden Provinzen dürfte um 20 Prozent zurückgehen. In der Hauptstadt Peking hat es seit mehr als 100 Tagen nicht geregnet, was zuletzt vor 38 Jahren passiert war.

(apa/red)