Duell in Wien: Kate Allen gegen Andrea Mayr mehr als nur ein Marathon-Aufputz

Pumper hat vor ihrem Marathon-Debüt Respekt

Das Damen-Rennen beim 23. Vienna City Marathon (VCM) verspricht zumindest genauso interessant wie jenes der Herren zu werden. Susanne Pumper wird ihr lang erwartetes Debüt über die Straßen-Königsdistanz geben, erstmals kommen mit Chieko Yamasaki und Tomo Morimoto zwei Asse aus dem Marathon-Land Japan, und an der Nebenfront wird ein ungewöhnliches Halbmarathon-Duell von Kate Allen mit Andrea Mayr erwartet.

Ungewöhnlich deshalb, da die 21,0975-km-Strecke für beide Läuferinnen nicht Standard ist. Vor allem für Allen, die Triathlon-Olympiasiegerin hat ihre einzigen beiden Halbmarathons vor sieben bzw. acht Jahren bestritten. "Aber da war ich noch Hobbyläuferin, und das eine Rennen war auch noch auf einen Berg", erklärte die seit Mittwoch vergangener Woche 36-Jährige. Dennoch hat die Tirolerin eine Vorstellung von ihrer Zielzeit.

"Ich denke, dass ich 1:15 Stunden laufen kann", erklärte Allen. "Ich trainiere diese Woche noch 20 Stunden. Das ist nicht das volle Programm, aber doch recht viel." Das Hauptaugenmerk gilt nämlich einem Halbironman am 21. Mai in Mexiko, für die gebürtige Australierin ist das in Blickrichtung Triathlon-WM im Oktober auf Hawaii ein sehr wichtiger Wettkampf.

Dafür absolvierte Allen zuletzt ihr erstes Höhencamp. Der Sierra-Nevada-Trip könnte sich wegen der zeitlichen Ansetzung für den Halbironman günstig, für den Halbmarathon aber ungünstig auswirken. "Ich fühle mich müde, das Training in der Höhe war anstrengend", meinte Allen am Dienstag. Sollte es ihr am Sonntag dennoch gut gehen, würde ein eventueller Marathon-Start für sie trotzdem erst nach der Triathlon-Karriere zum Thema.

Allen wie Mayr betrachten es als Herausforderung, dass die jeweils andere am Start stehen wird. "Es ist natürlich eine große Motivation, gegen Kate zu laufen", meinte die Berglauf-Europameisterin. "Aber ich werde auf mich selbst konzentriert sein und möchte für mich ein gutes Rennen machen." Mayr hat aus dem Vorjahr eine Halbmarathon-Bestzeit von 1:15:14 stehen, am vergangenen Wochenende überzeugte sie mit einer starken 10.000-m-Zeit.

Pumper tippt im Halbmarathon-Duell auf Mayr, allerdings mit der Einschränkung, dass sie Allen zu wenig gut einschätzen kann. "Und wenn eine von beiden meinen ÖLV-Rekord unterbietet, hole ich ihn mir halt bald wieder zurück", bezog sich die selbstbewusste Wienerin auf den von ihr noch für heuer geplanten Halbmarathon-Start. Ihre ÖLV-Bestleistung von 1:13:20 Stunden hatte sie im vergangenen Jahr im Rahmen des 22. Vienna City Marathon fixiert.

Diesmal sehen die Vorzeichen für die 35-Jährige anders aus. Pumper: "Für die Marathon-Phase ab Kilometer 30 bis 35 habe ich großen Respekt. Ich weiß nicht, was da passiert. Im Training habe ich das noch nicht probiert." Die Hallen-Vize-Europameisterin über 3.000 m gibt sich bei ihrer Marathon-Karriere Zeit, ihr Blick ist vorerst in Richtung Olympia 2008 gerichtet.

VCM-Organisator Wolfgang Konrad kann Pumpers vorsichtig angesetzte Erwartungen für ihre Marathon-Premiere nachvollziehen: "Der Marathon muss erst gelernt werden. Haile Gebrselassie ist schon drei Marathons gelaufen und sagt trotzdem, dass seine Marathon-Karriere noch vor ihm liegt."

(apa)