Duell Cap contra Glawischnig: "Warum machen Sie sich zu Anwalt des FPÖ-Chefs?"

SP-Cap: Grüne haben nicht reine Reinheit erfunden

Duell Cap contra Glawischnig: "Warum machen Sie sich zu Anwalt des FPÖ-Chefs?"

Die milde Beurteilung von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) zu den umstrittenen Fotos von Heinz-Christian Strache (F) war Thema eines Streitgesprächs zwischen der Dritten Nationalratspräsidentin Eva Glawischnig und SPÖ-Klubchef Josef Cap. Glawischnig warf dabei Cap vor, sich zum Anwalt von Strache zu machen, "ich weiß nicht warum". Cap wies dies zurück und hielt seinerseits den Grünen vor, "so zu tun, als ob Sie die reine Reinheit erfunden hätten".

Glawischnig zeigte sich enttäuscht über Gusenbauer. Dass der Bundeskanzler von Jugendtorheiten Straches gesprochen habe, dafür könne niemand Verständnis aufbringen, am wenigsten die Jugend. Viele Menschen hätten nach der Ära von Wolfgang Schüssel, der in vielen sehr heiklen Fragen geschwiegen habe, gehofft, dass Gusenbauer bei der ersten Gelegenheit eine klare Haltung an den Tag legen würde. Wenn die Aussage, die Gusenbauer milde getroffen habe, von Schüssel gekommen wäre, "hätten Sie (Cap) das in Grund und Boden gegeißelt".

Cap hielt dem entgegen, dass Glawischnig dem SPÖ-Chef "ein bißl ungerecht" gegenüber auftrete. Immerhin habe Gusenbauer kurz nach seinem Antritt als SPÖ-Chef den Auftrag zur Aufarbeitung brauner Flecken in der Sozialdemokratie gegeben. Auch er, Cap, habe verlangt, dass Strache sich von Rassismus und Antisemitismus distanziere. "Kein Verständnis" habe er jedenfalls für den Vergleich der heimischen Medien mit dem NS-Hetzblatt "Der Stürmer", wie das vom FPÖ-Chef gemacht wurde.

Wichtig sei, die Frage zu beantworten, ob jemand nach 20 oder 25 Jahren, wenn er einen glaubwürdigen Trennstrich ziehe, eine Chance bekommen solle. "Gibt es die Resozialisierungschance oder nicht", so Cap. Glawischnig hielt dem entgegen, dass dass Strache zuletzt noch 2005 am Heldenplatz in Anwesenheit eines verurteilten Neonazi, der behauptet habe, dass kein einziger Mensch in Gaskammern umgekommen sei, eine Trauerrede gehalten habe. "Das ist ein absolut verdammenswürdiges Verhältnis, da erwarte ich mir von einem Bundeskanzler eine Haltung und keinen jämmerlichen Zick-Zack-Kurs". (apa/red)