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Der Dschungelcamp-Schwindel

Der Zuschauer wird hinters Licht geführt: Das ist alles nicht echt am Dschungelcamp

Dschungelcamp: Sonja Zietlow und Daniel Hartwich © Bild: RTL / Stefan Gregorowius

Die Dschungelcamp-Stars leben mitten im australischen Urwald umgeben von tropischen Pflanzen, Spinnen, Skorpionen und anderem Getier. Oft fürchten sie um ihr Leben, denn im Dschungelcamp könnte ihnen ja Schreckliches widerfahren. Zumindest will uns das RTL glauben lassen. Doch weit gefehlt, denn es ist vieles nur fake. Es ist weder gefährlich noch fernab der Zivilisation.

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Ex-"Dschungelcamp"-Arbeiter Craig Cutting plauderte gegenüber der ZDF-Sendung "Frontal 21" aus, was viele bereits vermutet haben. Über hundert Mitarbeiter achten täglich penibel darauf, dass keine Vogelspinne, Schlangen und andere gefährliche Tiere ins Camp gelangen. Zusätzlich passen Securitys auf die Kandidaten selbst auf. Es wird also alles getan, damit den Stars ja nichts zustoßen kann.

Künstlich präpariertes Gebiet

Das Gebiet, in dem die Promis hausen, ist fast vollständig präpariert. Die Bäume im "Urwald" wurden extra für die Sendung angepflanzt, davor war es eigentlich ein Farmland. Baumwurzeln wurden beispielsweise aus Fieberglas hergestellt, eine Nebelmaschine erzeugt immer wieder mal einen Urwalddunst, der alles ein wenig düster und mystisch erscheinen lassen soll.

Dschungelcamp: Bewohner am Lagerfeuer
© RTL

Abgesehen davon ist es nicht einmal "mitten im australischen Dschungel", wie es RTL einem immer vorgaukeln will. Ganz im Gegenteil. Lediglich sieben Minuten braucht man mit dem Auto zum nächsten Ort namens Murwillumbah mit 8000 Einwohnern. Warum es dort bereits Strom, Baumhäiser und Hubschrauberlandeplätze gibt? "Es war eine einfache Farm", sagt Paul Waters von der Handelskammer Murwillumbah.

Wasserfall und See extra angelegt

Der Wasserfall ist ebenfalls künstlich angelegt worden, und auch der Badesee ist natürlich nicht mit einem echten Dschungelgewässer zu vergleichen. Darin würden sich Krokodile, Blutegel und etliche Bakterien tummeln. Viel zu gefährlich für die Stars.

Melanie Müller nackt im Dschungelcamp
© RTL Der künstlich angelegte See

Natürlich werden die Kandidaten, die jährlich ins Dschungelcamp einziehen, auch von vielen Mücken gestochen. Damit es aber nicht zu viele werden, wird ein Netz über die Bäume gespannt. Die Tiere, die bei den Dschungelprüfungen zum Essen angeboten werden, werden extra gezüchtet. So kann sich keiner bei den Maden, Würmern und Kakerlaken infizieren.

Plane schützt vor Regen

Jeder weiß, dass rund um das Camp zahlreiche Kameras installiert wurden. Die Elektronik ist natürlich empfindlich und muss geschützt werden vor den subtropischen Regengüssen. Deshalb wird ein Teil mit Planen überdacht. Bestimmt ist einigen Zuschauern bereits aufgefallen, dass es rund um das Camp regnet, die Stars am Lagerfeuer bekommen aber nie Wasser ab - außer es gießt in Strömen.

Gleich in der Nähe des Camps befinden sich auch die Lagerräume, Requisiten, Kostüme und eine Kantine für alle Mitarbeiter.

Dennoch darf man nicht vergessen, dass die Stars zwei Wochen lang eingesperrt werden, den ganzen Tag über nichts zu tun haben, meist nur Reis und Bohnen zu essen bekommen und zu schwierigen und ekligen Dschungelprüfungen antreten müssen. Aber so schlimm, wie es uns vorgegaukelt wird, ist es eben auch nicht.

Weitere Infos

Das Dschungelabenteuer in voller Länge gibt es im Anschluss an die Sendung bei RTLNOW.de zu sehen. Zusätzlich gibt es alle Infos, Bilder, exklusive Hintergrund-Storys zur Show und den Kandidaten bei RTL.de.

Alle Infos zu "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de