Drucken statt Lecken: Großbritannien führt Strichcodes anstelle der Briefmarken ein

Entwarnung für Sammler: In Österreich nicht geplant

Großbritanniens Philatelisten sind geschockt: Die Briten können nun an ihren Computern einen Strichcode direkt auf ihre Briefumschläge ausdrucken, teilte die Royal Mail mit. Für die Österreichische Post AG ist diese Art von "Konkurrenz" für die gummierten Wertzeichen kein Thema. Während für die britischen Sammler schwere Zeiten anbrechen, können jene in Österreich beruhigt durchatmen.

"In Deutschland gibt es diese Möglichkeit schon seit einigen Jahren", sagte Post-Sprecher Michael Homola. "Die Österreichische Post wird auf diesen Zug nicht aufspringen. Vielleicht wird diese Technologie irgendwann einmal für uns interessant - im Moment ist sie es aber nicht." Seitens der Royal Mail ist man ob der Neuerung jedenfalls begeistert: Es sei die wichtigste Veränderung im Postsystem seit Einführung der ersten Briefmarke im Jahr 1840, die damals das Konterfei der britischen Königin Victoria trug.

Die Presse scheint hingegen auf der Seite der Traditionalisten zu stehen. Der Strichcode könnte "Briefmarken in den Mülleimer der Geschichte befördern", schrieb etwa die "Times". Dies sei ein "schwarzer Tag für Philatelisten". Die "Daily Mail" warnte, dass das Konterfei von Königin Elizabeth II., das auf den meisten britischen Wertzeichen zu finden ist, von dem neuen Strichcode-System verdrängt wird. "Runter mit dem Kopf der Queen!", titelte sie auf der ersten Seite.
(apa)