Drogensucht von

Sucht weglasern

Italienische Forscher entwickeln innovative Technik zur Bekämpfung der Abhängigkeit

Drogenabhängiger Mann © Bild: Corbis

Ein italienisches Forscherteam hat ein neuartiges Laserverfahren zur Bekämpfung von Drogensucht entwickelt. Mithilfe eines Laserstrahls soll die Rauschgiftabhängigkeit auf nicht invasive Weise völlig gestoppt werden können. Die Methode wurde bereits im Tierversuch erprobt. Das Ergebnis: Die behandelten Mäuse zeigten nach der Behandlung keinerlei Anzeichen der zuvor vorhandenen Sucht.

Der Neurologe Antonello Bonci von der Università Tor Vergata und dem National Institute on Drug Abuse hat herausgefunden, dass das Zentrum der Drogenabhängigkeit in dem als "prälimbischem Bereich" bekannten präfrontalen Kortex angesiedelt ist. "Bei toxisch verseuchten Labormäusen hat sich gezeigt, dass diese Region vollkommen ausgeschaltet war", so der Wissenschafer. Nach einer Reaktivierung hat die bei den Tieren induzierte Kokainabhängigkeit ganz aufgehört.

Neuronen an- und ausschalten

Verwendet wurde dabei die transkraniellen Magnetstimulation, eine Technik, die bereits bei der Behandlung von Depressionen eingesetzt wird. Um die betreffende Hirnregion wieder zu aktivieren, wurde sie mithilfe einer optogenetischen Eingriffs lichtempfindlich gemacht. Ontogenetisch bedeuted, dass die Zellen mittels Licht genetisch verändert werden. "Die Lichtstrahlen fungieren dabei wie eine Fernbedienung, mit der die fotosensiblen Neuronen an- oder ausgeschaltet werden", erklärt Bonci.

Test am Menschen

Trifft der Laserstrahl auf die Großhirnrinde, erhöht diese ihre Aktivität und unterdrückt die Drogensucht. Umgekehrt konnte demonstriert werden, dass gesunde Mäuse nach ihrer Deaktivierung drogenabhängig wurden. Nach den Tierversuchen will man nun mit den Tests am Menschen beginnen. Die ersten Ergebnisse sollen bis Ende dieses Jahres vorliegen.

Kommentare

DoisM melden

Ja, funktioniert das auch mit dem Willen zu arbeiten. Kann man den bitte auch ein und ausschalkten mit einem Laser plus Magnet? Wenn der Artikel oben stimmt, dann kauff ich mir jetzt einen Laserpointer!

Super Artikel, aber 1. April ist eigentlich schon vorbei...Naja für das Land der Gratiszeitungsleser sicher ein Bildungssprung: es gibt ein Gehirn-aha und wir haben eine Grosshirnrinde. Das ist eh schon mehr Info als ein Ö. aufnehmen kann.

wintersun melden

Und viele würden sich noch einen Laser wünschen der Glücksgefühle induziert.
Dann wären die Drogen auch gleich hinfällig ;-)

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