Drogenbericht 2005 veröffentlicht: Lage in Österreich bei Suchtmittelvergehen "stabil"

Zahl der schweren Verbrechen zurückgegangen Polizei freut sich über Großaufgriffe bei Drogenfunden

Die Drogenkriminalität in Österreich war 2005 im Vergleich zum Jahr davor "stabil". "Es gab nur eine leichte Verschiebung innerhalb der Delikte", sagte Innenministerin Liese Prokop (V) bei einer Pressekonferenz anlässlich des Berichtes zur Suchtmittelkriminalität 2005 am Donnerstag in Wien. Während die schweren Verbrechen leicht zurückgegangen sind, ist die Zahl der leichteren Vergehen gestiegen.

Insgesamt wurden in Österreich vergangenes Jahr 25.892 Anzeigen wegen Suchtgiftmittelvergehen erstattet, was ein Plus von 2,09 Prozent gegenüber dem Jahr 2004 darstellt. Diese Zunahme führt Prokop vor allem auf den verstärkten Polizeieinsatz zurück. "Drogendelikte sind Kontrolldelikte, je mehr man dagegen vorgeht, umso mehr findet man", argumentierte die Innenministerin.

Bei den Drogenfunden gelangen der Polizei mehrere Großaufgriffe. "Wir blicken auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück", freute sich Erich Zwettler vom Bundeskriminalamt. Insgesamt wurden 282 Kilo Heroin und 245 Kilogramm Kokain mit einem Schwarzmarktwert von rund 50 Millionen Euro beschlagnahmt. Daneben wurden auch 820 Kilogramm Cannabisprodukte, 114.103,5 Stück Ecstasy-Tabletten und 2.108,5 LSD-Trips aus dem Verkehr gezogen.

Bei ihrer Arbeit beobachtete die Polizei, dass neben der "klassischen" Balkanroute zunehmend auch über Rumänien und Ungarn Drogen nach Österreich gelangen. Um den Import zu stoppen, sei es sowohl nötig, "Österreich als Umschlagplatz so unattraktiv wie möglich zu machen" als auch die internationale Zusammenarbeit zu verstärken. "Das ist Thema im Rahmen der EU-Präsidentschaft", sagte die Innenministerin.

In Österreich will man weiterhin doppelt gegen die Drogenkriminalität vorgehen. Zum einen sollen die verstärkten Kontrollen auf den Straßen weitergehen, zum anderen die Strukturen der Banden aufgedeckt und gesprengt werden. "Nur so ist man erfolgreich", meinte Zwettler. Ein erfreuliches Detail des Drogenreports: Der Ecstasy-Trend ist seit 2004 deutlich rückgängig. (apa/red)