Dritter Verhandlungstag im Terror-Prozess:
Zeuge bestätigt 'GIMF keine harmlose Sache'

"Ideologie des weltweiten Dschihad" vertreten Verhandlung wurde auf den 11. Dezember vertagt

Dritter Verhandlungstag im Terror-Prozess:
Zeuge bestätigt 'GIMF keine harmlose Sache' © Bild: Roland Schlager/APA

Im Wiener Landesgericht ist der Terror-Prozess gegen Mohamed M. (23) und Mona S. (22) auf den 11. Dezember vertagt worden. Laut Anklage sollen sich die Beiden in einer terroristischen Vereinigung - nämlich der Al Kaida - betätigt haben. Für 11. Dezember waren eigentlich die Urteile geplant, doch könnte sich die Urteilsfindung nun verzögern.

Ein Fahnder vom deutschen Bundeskriminalamt, der darauf abgestellt ist, das Internet auf militant-islamistische Entwicklungen zu beobachten, hatte im Vorjahr das "Drohvideo" entdeckt, mit dem Mohamed M. Österreich und Deutschland zum Abzug ihrer Soldaten bewegen wollte. In weiterer Folge wurden die heimischen Staatsschützer eingeschaltet, die den 23-Jährigen überwachten und schließlich im September 2007 samt seiner Frau festnahmen. Vor allem seine Mitwirkung am deutschen Ableger der "Globalen Islamischen Medienfront" werteten die Ermittler als Anzeichen für seine terroristische Gesinnung.

Der Zeuge aus Deutschland bestätigte nun die Einschätzung, dass die GIMF keine harmlose Sache sei. Er sprach von einer "Medienstelle, die sehr intensiv und offensiv die von der Al Kaida propagierte Ideologie vertritt und verbreitet". Es sei "nicht auszuschließen, dass sie direkten Kontakt zur Al Kaida hat". Jedenfalls vertrete sie "die Ideologie des weltweiten Dschihad", wie der Zeuge darlegte.

Mohamed M. hielt dieser sehr ausführlichen Einvernahme entgegen, die Gesinnung der GIMF nicht geteilt, sondern im Rahmen seiner dortigen Tätigkeit ausschließlich seine persönliche Meinung vertreten zu haben. Diese weiche stark von der Darstellung des Zeugen ab.

(apa/red)