Dritter Sieg in Folge: Marlies Schild im Slalom auch in Val d'Isere von niemandem zu stoppen!

Annemarie Gerg wird Zweite, Kathrin Zettel Vierte Sarka Zahrobska fährt fast ganzen Lauf mit 1 Stock

Marlies Schild ist seit dem 21. Dezember 2006 Österreichs erfolgreichste Slalom-Läuferin. Die Salzburgerin gewann nach Levi und Aspen in Val d'Isere auch den dritten Weltcup-Slalom dieser Saison und ist mit neun Siegen in ihrer Spezial-Disziplin nun alleinige Rekordhalterin vor Roswitha Steiner (8).

Schild feierte in Frankreich vor der Deutschen Annemarie Gerg und der Schwedin Therese Borssen ihren insgesamt 11. Weltcup-Sieg und legte sich drei Tage vor dem Weihnachtsfest zudem selbst die Weltcup-Gesamtführung unter den Christbaum. Damit hat die 25-jährige Freundin von Benjamin Raich wie im Vorjahr drei Slaloms in Folge gewonnen, diesmal aber schon vor Weihnachten.

"Es ist etwas ganz Besonderes, wenn man die meisten Slalom-Siege in Österreich hat", freute sich Schild über ihren Eintrag in die Geschichtsbücher. Er war alleine deshalb schon verdient, weil sie um ihren dritten Sieg im dritten Saisonslalom härter als um die zwei davor kämpfen musste. In Levi und Aspen hatte sie noch locker jeweils 0,80 Sek. vor Nicole Hosp gewonnen, in Val d'Isere verlangten die tückischen Kurse mit einigen Rhythmuswechseln den Läuferinnen viel Geschick ab.

"Man durfte nicht nur attackieren, sondern musste auch sehr dosieren. Fast hätte ich zu viel Tempo rausgenommen", erklärte Schild den einzigen "Schönheitsfehler". Nach der bereits - den Kombislalom auf der Reiteralm inklusive - 6. Laufbestzeit in Folge war sie zwar erneut als Halbzeit-Führende in die Entscheidung gegangen, fuhr dann aber "nur" die 5. Zeit. "Im Ziel war ich mir nicht gleich sicher, ob es sich ausgegangen ist", atmete Schild auf.

Es ging sich aus zum Sieg, 0,21 Sek. vor der Überraschungs-Zweiten Gerg, die mit 31 Jahren erstmals auf das Podium kam. Im Herbst hatte die Lenggrieserin schon das Handtuch werfen wollen, war aber vom österreichischen Cheftrainer Mathias Berthold zum Weitermachen überredet worden. In Frankreich durfte sie zusammen mit Schild endlich Champagner verspritzen.

Hatte es in Levi durch Schild, Hosp und Kathrin Zettel noch einen ÖSV-Dreifach- und in Aspen einen Doppelsieg (Schild vor Hosp) gegeben, musste sich Zettel ("Ich blicke aber auf eine Super-Bilanz, war bisher nie schlechter als Fünfte") diesmal als zweitbeste Österreicherin mit Platz vier begnügen.

Hosp wurde gar nur 11. Nach einem Malheur beim Einfahren, bei dem ihr eine abgesplitterte Torstange das Gesicht blutig geschlagen hatte, lieferte die Tirolerin zwei zu fehlerhafte Läufe ab, um erneut auf das Podest zu kommen. Michaela Kirchgasser wurde 9., die 19-jährige Pitztalerin Simone Streng bei ihrem Weltcup-Debüt beachtliche 21.

Die ÖSV-Damen unterstrichen mit dem 7. Saisonsieg in 11 Rennen ihre Dominanz und haben zudem an jedem der fünf Rennorte zumindest einen Sieg gefeiert. Schild führt zudem im Weltcup vor Hosp und Renate Götschl und nach der Weihnachtspause können Schild und Hosp dem Weltcup vorentscheidend ihren Stempel aufdrücken. Mit dem Semmering (Riesentorlauf und Slalom), Zagreb (Slalom) und Marburg (RTL/Slalom) stehen fünf technische Rennen in Folge auf dem Programm.

Diese Phase ist auch deshalb so entscheidend, weil Abfahrts-Siegerin Lindsey Kildow als 4. des ersten Laufs bewies, dass sie auch im Slalom sensationell gut drauf ist. Dann schied die US-Amerikanerin aber aus und vergab damit die Chance, ihrerseits die Weltcup-Führung zu übernehmen. "Lindsey wird im Kampf um den Gesamt-Weltcup sicher unsere härteste Gegnerin", ist sich auch ÖSV-Damenchef Herbert Mandl sicher.

Mandl schickte seine Mädchen nach rund einem Drittel der Saison mit einer tollen Bilanz von 7 Siegen und 16 Podestplätzen in die kurzen Weihnachtsferien. Schon am Tag nach dem Fest heißt es für Schild ("Ich werde ganz gemütlich feiern") und Co wieder packen für den Semmering.

Endklassement des Damen-Slaloms:
1. Marlies Schild AUT 1:46,15 52,15 54,00
2. Annemarie Gerg GER 1:46,36 +0,21 52,63 53,73
3. Therese Borssen SWE 1:46,39 +0,24 52,21 54,18
4. Kathrin Zettel AUT 1:46,53 +0,38 52,60 53,93
5. Veronika Zuzulova SVK 1:46,82 +0,67 53,30 53,52
6. Resi Stiegler USA 1:46,94 +0,79 52,48 54,46
7. Anja Pärson SWE 1:46,97 +0,82 52,80 54,17
8. Sarka Zahrobska CZE 1:47,01 +0,86 52,86 54,15
9. Michaela Kirchgasser AUT 1:47,11 +0,96 53,36 53,75
10. Monika Bergmann-Schmuderer GER 1:47,62 +1,47 53,45 54,17
11. Nicole Hosp AUT 1:47,92 +1,77 53,71 54,21
12. Florine de Leymarie FRA 1:48,40 +2,25 54,28 54,12
13. Tanja Poutiainen FIN 1:48,52 +2,37 53,52 55,00
14. Ana Jelusic CRO 1:48,58 +2,43 53,92 54,66
15. Vanessa Vidal FRA 1:48,72 +2,57 54,16 54,56
16. Anna Ottosson SWE 1:48,75 +2,60 53,85 54,90
17. Manuela Moelgg ITA 1:48,92 +2,77 54,24 54,68
18. Frida Hansdotter SWE 1:49,13 +2,98 55,02 54,11
19. Brigitte Acton CAN 1:49,22 +3,07 54,13 55,09
20. Maria Riesch GER 1:49,34 +3,19 54,57 54,77
21. Simone Streng AUT 1:49,36 +3,21 54,94 54,42
22. Andrea Fischbacher AUT 1:49,41 +3,26 54,13 55,28
23. Kaylin L. Richardson USA 1:49,98 +3,83 55,00 54,98
24. Ana Kobal SLO 1:50,01 +3,86 54,73 55,28
25. Anne-Sophie Barthet FRA 1:50,19 +4,04 55,10 55,09

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Maria Pietilä-Holmner (SWE)

Ausgeschieden im 2. Durchgang u.a.: Annalisa Ceresa (ITA), Chiara Costazza (ITA), Christine Sponring (AUT), Lindsey C. Kildow (USA), Susanne Riesch (GER)

U.a. nicht für 2. Lauf qualifiziert: Kathrin Triendl (AUT)

(apa/red)