Dreimal Edelmetall bei Judo-EM in Wien:
Silbermedaillen für Paischer und Filzmoser

Andreas Mitterfellner im Schnellgang zu Bronze Enttäuschung vorerst größer als Medaillen-Freude

Dreimal Edelmetall bei Judo-EM in Wien:
Silbermedaillen für Paischer und Filzmoser © Bild: Reuters/Ebenbichler

Österreichs Judoka haben zum Auftakt der Heim-EM in Wien gleich drei Medaillen abgeräumt. Ludwig Paischer gewann in der Klasse bis 60 Kilogramm die Silbermedaille, Sabrina Filzmoser in der Klasse bis 57 Kilo. Der Steirer Andreas Mitterfellner holte in der Kategorie bis 66 kg durch einen Blitzsieg im Kleinen Finale Bronze.

Paischer verlor im Finale gegen den Franzosen Sofiane Milous mit Ippon und verpasste damit sein drittes EM-Gold nach 2004 und 2008. Der 28-jährige Salzburger holte damit sein insgesamt zehntes Edelmetall bei Großereignissen.

Ebenso wie Paischer verlor auch Filzmoser den Finalkampf, gewann aber Silber. Die 29-jährige Oberösterreicherin musste sich in der Gewichtsklasse bis 57 kg im Finale der Rumänin Corina Oana Caprioriu nach zwei Waza-ari-Wertungen geschlagen geben und verpasste damit ihr zweites EM-Gold nach 2008.

Mitterfellner braucht nur 20 Sekunden
Mitterfellner feierte in der Kategorie bis 66 kg im Kampf um Bronze einen "Blitzsieg" innerhalb von nur 20 Sekunden durch Ippon über den Rumänen Dan Gheorghe Fasie. Für den 28-jährigen Steirer war es die zweite EM-Bronzemedaille nach 2006 in Tampere.

Bei Paischer hielten sich nach dem verlorenen Finalkampf Enttäuschung und Freude die Waage. "Wenn man im Finale steht, will man gewinnen", sagte der Salzburger. Er habe im Kampf gegen den Franzosen Sofiane Milous "keine wirkliche Lösung gefunden. Er war extrem stark und hat meinen Griff sehr gut verhindert." Entscheidend sei die dritte Strafe gewesen. "Das ist für mich überraschend gekommen, da war der Kampf gelaufen. In der Dichte holt man ein Waza-ari in 40 Sekunden nicht mehr auf."

"Nicht clever genug gekämpft"
Auch Filzmoser war nach dem verlorenen Finalkampf nicht recht zum Lächeln zumute, wäre das Finale gegen die Rumänin Caprioriu doch zu gewinnen gewesen. "Ich war voll sicher, dass es funktioniert. Aber ich habe taktisch nicht clever genug gekämpft", sagte die Silbermedaillengewinnerin. Den Moment des Konterns habe sie immer verpasst, bei viele Leuten könne sich sich wegdrehen, aber "die ist so klein, so explosiv, so bullig, dass es ganz schwierig ist". Der Medaillengewinn ihrer Kollegen hatte sie "Vollgas motiviert", sie habe gedacht, sie könne das umsetzen, erklärte Filzmoser.

(apa/red)