Dreierkoalition keine Option: "Bluff des Bundeskanzler beeindruckt niemanden!"

Häupl zeigt sich trotz Verhandlungen kämpferisch

Trotz der Koalitionsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP zeigte sich Wiens Bürgermeister Michael Häupl kämpferisch in Richtung des VP-Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel. "Der Bluff des Herrn Bundeskanzlers mit Schwarz-Blau-Orange beeindruckt vielleicht ihn selbst, aber sonst niemanden", wetterte Häupl. Andere Optionen als eine Große Koalition gebe es bei realistischer Betrachtung des Wahlergebnisses nicht.

Deshalb gehe es in den Verhandlungen nun darum, in vernünftiger Zeit entweder zu einem Ergebnis zu kommen, oder dass die ÖVP mit Verweis auf den Druck ihrer Basis eine Koalition mit der SPÖ ausschließe. Unter diesem Aspekt sei die Aussprache bei der ersten Verhandlungsrunde sinnvoll gewesen.

In Fragen Eurofighter-Ausstieg, dessen Kosten der ehemalige Bundesheer-Chefstratege Gerald Karner mit vier Mrd. Euro beziffert hatte, verlasse er sich ganz auf die Vorschläge des SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer, betonte Häupl. Wichtig sei ihm jedoch, dass man Bundespräsident Heinz Fischer mit dieser Thematik "in Ruhe lasse". Der Umstand, dass die ÖVP diesem in einer "Nacht- und Nebel-Aktion" Teile des Vertrages zugestellt und so versucht habe, diesen in einen Disput zwischen SPÖ und ÖVP hineinzuziehen, sei eine "Ungeheuerlichkeit", wetterte Häupl. (apa/red)