Drei Spiele, ein Tor, null Punkte: Peinliche Bilanz für die Wiener Austria im UEFA-Cup

Veilchen schon vor letztem Spieltag ausgeschieden Trainer Zellhofer: "Haben uns bestmöglich verkauft"

Drei Spiele, ein Tor, null Punkte: Peinliche Bilanz für die Wiener Austria im UEFA-Cup

Drei Spiele, null Punkte. Ein solche Bilanz wie Austria Magna weist im Fußball-UEFA-Cup, in dem noch 40 Vereine engagiert sind, nach der vierten und vorletzten Gruppen-Runde nur noch Grasshoppers Zürich auf! Nach dem 0:1 des noch regierenden ÖFB-Titelträgers gegen Sparta Prag werden die Wiener dem Bewerb mit der Roten Laterne Ade sagen. Egal, wie der violette Trip zum Kehraus am 13. Dezember gegen Tabellenführer Espanyol auch immer endet.

Die violette "Notelf", die gegen Tschechiens Herbstmeister acht Mann wegen Verletzungen hatte vorgeben müssen, bemühte sich, wehrte sich nach vorhanden Kräften. Letztlich war es nach dem 1:4 gegen Zulte Waregem und dem 0:3 in Amsterdam gegen Ajax jedoch wieder zu wenig. "Wir haben uns bestmöglich verkauft. Einsatz und Wille haben gestimmt. Auch wenn es glücklich gewesen wäre, die Mannschaft hätte sich ein 1:1 verdient. Aber es hat eben nicht sein wollen", meinte Trainer Georg Zellhofer in seiner Analyse.

Nur eine echte Austria-Chance
Während die technisch besseren und ballsicheren Gäste, die in der ersten Hälfte aus einer Standard-Situation durch einen Repka-Kopfball schnell das 1:0 (11.) erzielt hatten, nach dem Wechsel noch zweimal Metall (Simak/57. Latte, Lustrinelli/92. Stange) trafen, fanden die Hausherren durch Thomas Pichlmann per Kopf (46.) nur eine wirklich gute Möglichkeit vor. "Unser Spiel war nicht berauschend, aber da hätte ich ausgleichen müssen", gab der Stürmer, der nach seiner langen Verletzungspause erstmals 90 Minuten gespielt hatte, zu.

Das 0:1 so früh war das Schlechteste, was der Austria im ersten Europacup-Duell mit Sparta hatte passieren können. "Wir haben uns dann in der Pause gesagt, dass noch was möglich sei. Mit dem 1:1 durch Pichlmann hätten wir die zweite Luft bekommen. Doch waren die Prager an diesem Abend zu stark. Außerdem hat mein Kollege von der Qualität des Kaders mehr Möglichkeiten gehabt", resümierte Zellhofer, der sich nicht auf die vielen Ausfälle ausredete, sondern sich als fairer Verlierer gab.

Wallner: "Haben uns hineindrängen lassen"
Der enttäuschte Roman Wallner, ursprünglich wie Kapitän Jocelyn Blanchard als verletzt gemeldet, dann auf der Bank sitzend und im Finish doch eingesetzt, glaubte, dass "Sparta zu schlagen gewesen wäre". Aber die Austria habe sich zu viel hinten hineindrängen lassen und ein bisschen zu wenig angegriffen. "Wir hätten uns Selbstvertrauen für das Liga-Spiel am Sonntag in Pasching holen können, gerne einen Sieg dorthin mitgenommen", meinte der Angreifer, der in Barcelona einen ehrenvollen Abschied erwartet. "Dort haben wir jetzt ja noch weniger zu verlieren."

Sparta rechnete fix mit Sieg
Die Truppe aus der Goldenen Stadt hatte mit den drei Punkten, die ihr zum UEFA-Gruppen-Startgeld von 70.000 Euro sowie den 20.000 Euro durch das Remis gegen Ajax noch weitere 40.000 Euro einbrachte, in ihrem letzten Spiel fest gerechnet. "Wir sind nach Wien gekommen, um zu gewinnen. Das ist uns gelungen, das 1:0 war verdient, wir hatten mehr Chancen und hätten höher gewinnen können", sagte Sparta-Coach Michal Bilek.

So richtig freuen vermochte sich der tschechische Ex-Internationale aber über das 1:0 jedoch nicht. "Den Aufstieg haben wir wahrscheinlich mit unserem schlechten Einstieg in den ersten zwei Spielen, dem 0:2 daheim gegen Ajax und dem 1:3 in Waregem, vergeben. Daher hätten wir ihn auch nicht verdient", so Bilek. Ajax, zu Hause Espanyol 0:2 unterlegen, müsste am 13. Dezember in Waregem mit fünf Toren Differenz verlieren, um Sparta als dann Gruppen-Dritter das Weiterkommen doch noch zu "sichern".

(apa)