Drei Rennen, drei Sieger, drei WM-Leader: Formel 1 so spannend & hochklassig wie nie

Selbst Alonso & Räikkönen nicht mehr unantastbar Hamilton erhält von McLaren Status als WM-Kandidat

Drei Rennen, drei Sieger, drei WM-Leader: Formel 1 so spannend & hochklassig wie nie

Mit gleich drei Führenden geht die Formel-1-WM 2007 in die vierwöchige Frühlingspause. Nach den Rennen in Australien, Malaysia und Bahrain liegen Weltmeister Fernando Alonso, sein sensationeller McLaren-Teamkollege Lewis Hamilton sowie Ferrari-Star Kimi Räikkönen mit jeweils 22 Punkten gleichauf in Front. Das Jahr eins nach Michael Schumacher verspricht viel Spannung, aber auch eine Revolution bahnt sich an.

Denn offenbar ist nach dem Abgang von Schumacher in der Formel 1 nichts mehr heilig. Sowohl bei Ferrari als auch bei McLaren sehen sich Schumacher-Nachfolger Räikkönen bzw. Doppel-Weltmeister Alonso heftiger Konkurrenz aus dem eigenen Haus ausgesetzt. Räikkönen musste sich nach seinem halbherzigen Re-Start nach der Safety-Car-Phase in Bahrain vom Technischen Direktor Mario Almondo Kritik gefallen lassen. "Er hätte da einen besseren Job machen können", meinte Almondo.

Hamilton gleichberechtigter Pilot
Bei McLaren darf sich selbst ein Doppel-Weltmeister wie Alonso nicht mehr seiner Nummer-1-Position sicher sein, obwohl er mit Hamilton einen "Rookie" zum Teamkollegen hat. Nachdem Alonso selbst vom BMW-Fahrer Nick Heidfeld ("Das war einfach geil") vorgeführt worden war, erklärte McLaren-CEO Martin Whitmarsh Hamilton nach dessen drittem Podium in Folge zum gleichberechtigten Piloten.

"Ab sofort haben wir zwei Piloten, die um den Titel kämpfen", betonte Whitmarsh. "Wir wussten, dass Lewis schnell ist. Aber ab jetzt ist er auch ein seriöser Titel-Anwärter." Der so gelobte Jungstar Hamilton hat damit offenbar nicht das geringste Problem und meinte auf die Frage, ob er überhaupt in der Lage sei, schon im Debüt-Jahr Weltmister werden zu können, keck: "Aber natürlich. Ich sehe keinen Grund, warum nicht. Ich habe das gleiche Auto wie Fernando, und ich bin genauso so schnell wie er."

Nicht vergessen darf man Massa. Der Brasilianer ist der dritte Sieger im dritten Rennen, liegt aber in der WM vorerst hinter seinen drei Kollegen auf Platz vier. Aus dem Siegespokal gab es im islamischen Königreich Bahrain zwar nur Rosenwasser statt Champagner, trotzdem flogen wegen der vorangegangenen Kritik an ihm aus dem Mund des Brasilianers fast nur Giftpfeile.

Testfahrten stehen am Programm
Ferrari und McLaren haben sich jedenfalls vor BMW bisher als die eindeutig dominierenden Teams etabliert. Die Zeit, den "Spring Break" mußevoll zu nutzen, hält sich daher in Grenzen. Denn bis zum ersten Europa-Grand-Prix am 13. Mai in Montmelo/Barcelona wollen vor allem die bisher hinterherfahrenden Teams mächtig aufholen. Schon bei den kommenden Testfahrten in Spanien werden von allen Teams neue Karten ins Spiel gebracht.

Das soll nicht nur dem Wurz-Team Williams helfen, einen eklatanten Rückfall wie im Vorjahr zu vermeiden. Auch dem bisher hinterherfahrenden Weltmeister-Team Renault. "Wer zwei Jahre so brutal um die WM kämpft, bei dem ist irgendwann mal die Luft draußen", beschrieb Toro-Rosso-Mitbesitzer Gerhard Berger die Situation bei den Franzosen.

Ecclestone als Diplomat
Die Red-Bull-Teams erhoffen sich ebenfalls sehr viel davon, wenn die "Formel 1 reloaded" Mitte Mai wieder loslegt. Offensichtlich hat man bei beiden Teams mehrere Asse abrufbereit. Bezüglich des Kundenauto-Streits bemüht sich Bernie Ecclestone höchstpersönlich um eine interne Geld-Einigung, schon in Barcelona soll es Ergebnisse geben. Die Österreicher glauben zudem die undichte Stelle, über die Informationen an Konkurrent Spyker geflossen sind, entdeckt zu haben. Angeblich soll die weitergegebene Zeichnung aber ohnehin eine Fälschung sein.

Auch Toyota sollte schön langsam Gas geben, das käme auch Ralf Schumacher gerade recht. Denn während Deutschland über Heidfeld und Nico Rosberg spricht, gerät der in Salzburg wohnende Schumacher-Bruder immer mehr unter Druck. Sein hoch dotierter Toyota-Vertrag soll zumindest neu verhandelt werden. Der österreichische Schumacher-Manager Hans Mahr war deshalb auch in Bahrain.

Christian Klien wird voraussichtlich auch bei den kommenden Montmelo-Tests nicht im Honda sitzen. Der Vorarlberger entspannte sich nach einem wochenlangen Trip durch Australien, Asien und den Mittleren Osten mit Skifahren am Arlberg. Auch in Dubai hatte der Lustenauer einen Stopp in der Skihalle eingelegt.

(apa/red)