Fakten von

Drei Österreicherinnen
in Türkei weiterhin in Haft

Mutter mit Töchtern nach Aufhebung der Untersuchungshaft in Abschiebehaft

Die drei Österreicherinnen, die vor zwei Wochen in der Türkei festgenommen wurden, befinden sich immer noch in Haft. Trotz anderslautenden Berichten wurden die Frauen, eine Mutter und zwei Töchter, bisher nicht freigelassen. Am 18. Oktober wurde zwar die Untersuchungshaft aufgehoben, sie sind seitdem aber in Abschiebehaft, bestätigte das Außenministerium der APA Angaben von Angehörigen.

Warum die Abschiebung bisher nicht erfolgt ist, konnte der Sprecher des Außenministeriums, Peter Guschelbauer, am Dienstag nicht sagen. Gründe seien von den türkischen Behörden keine genannt worden, so Guschelbauer. Nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft war das Außenministerium noch davon ausgegangen, dass die drei Österreicherinnen umgehend - womöglich noch am selben Tag - nach Österreich abgeschoben werden. Die österreichische Botschaft sei diesbezüglich mit den türkischen Behörden in Kontakt und bemühe sich, dass die Frauen so schnell wie möglich ausreisen können.

Die 48-jährige Österreicherin mit türkisch-kurdischen Wurzeln war mit ihren beiden Töchtern (18 und 20) vor zwei Wochen bei der Ausreise an einem Istanbuler Flughafen festgenommen worden. Auch weitere Österreicher werden derzeit in der Türkei festgehalten. Um wie viele es sich insgesamt handelt, wollte das Außenamt am Dienstag keine Angaben machen. Die Zahl ändere sich sehr oft, da es immer wieder zu kurzfristigen vorübergehenden Anhaltungen von Österreichern in der Türkei komme, hieß es.

Zum prominentesten Fall, dem Journalisten Max Zirngast, gebe es keine Neuigkeiten. Am Dienstag habe es einen weiteren Haftbesuch durch den österreichischen Konsul in Ankara bei Zirngast gegeben, teilte Guschelbauer mit. Dem 29-jährigen Oberösterreicher gehe "es den Umständen entsprechend gut". Zirngast sitzt seit fast zwei Monaten in Untersuchungshaft. Anklage wurde bisher keine erhoben. Der Verdacht gegen den Aktivisten lautet laut seinen Anwälten auf Mitgliedschaft in einer linksgerichteten "terroristischen Vereinigung".

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