Drastische Roaming-Senkung seitens EU fix:
Auslandstarife im Schnitt um 70% billiger

Obergrenze für aktive Anrufe bei 40 Cent pro Minute Schnelles Inkrafttreten der neuen Regelung forciert

Drastische Roaming-Senkung seitens EU fix:
Auslandstarife im Schnitt um 70% billiger

Das EU-Parlament hat sich für deutlich günstigere Roamingkosten bei Handy-Gesprächen im Ausland ausgesprochen. Der Industrieausschuss verlangt, dass ein aktiver Anruf aus dem Ausland künftig maximal 40 Cent (ohne Mehrwertsteuer) pro Minute kosten darf und ein angenommenes Gespräch höchstens 15 Cent.

Die niedrigeren Tarife sollen automatisch für alle Kunden gelten, außer sie entscheiden sich dagegen. Nun muss noch Einigung mit den Telekom-Ministern erzielt werden, die sich kürzlich auf 50 Cent für abgehende und 25 Cent für ankommende Gespräche verständigt hatten.

Starkes Signal, gute Basis
Der Berichterstatter, der ÖVP-Europaabgeordnete Paul Rübig sprach nach dem Votum von einem "starken Signal" des EU-Parlaments für die Konsumenten und die Telekomindustrie und einer guten Verhandlungsbasis mit dem Rat. Die Obergrenzen lägen "deutlich unter den Vorstellungen der EU-Kommission und der Minister. Er gab sich nach wie vor optimistisch, dass bis zur geplanten Abstimmung im Plenum am 10. Mai "eine gute akzeptable Lösung" erzielbar sei. Damit wäre es möglich das Versprechen, die günstigeren Roamingtarife noch in dieser Urlaubssaison umzusetzen, eine genaue Zeitangabe sei aber nicht möglich.

Schnelle Umsetzung geplant
Nach den Vorstellungen des Parlaments sollen die im Schnitt um 70 Prozent niedrigeren Tarife für Auslandsgespräche ein Monat nach Veröffentlichung des Beschlusses in Kraft treten, die neuen Obergrenzen für Großhandelstarife von rund 23 Cent sofort. Die Mobilfunkkunden müssten zudem per SMS über die Auslandstarife für Gespräche aber auch Datentransfer und SMS informiert werden, wenn sie ein Land verlassen.

Warnung vor Zwangstarifen
Rübig, der sich für die freie Wahl der Handykunden ausgesprochen hatte, warnte neuerlich vor den Auswirkungen der "Zwangstarife" auf die Telekomfirmen und die Kunden. Rund 10 Millionen Kunden, die bisher von verschiedenen individuellen Tarifmodellen profitiert haben, würden diesen Vorteil möglicherweise vorübergehend verlieren. Die Handykunden sollen aber innerhalb von 30 Tagen kostenfrei aus dem Eurotarif wechseln können. (apa/red)