Dramatisches Zugunglück in Los Angeles: Insgesamt 23 Tote und rund 70 Verletzte

"Totale Zerstörung": Crash von Pendler- & Güterzug Ursache unklar: Rund 100 Helfer voll im Einsatz<br>PLUS: Bilder des dramatischen Unfalls auf Schienen

© Bild: AP/Meadows

Bei einem der schwersten Zugunglücke in der Geschichte Kaliforniens sind in der Nähe von Los Angeles mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Nach Medienberichten wurden außerdem mehr als 135 Passagiere verletzt, als ein Vorortzug bei Chatsworth im San Fernando Valley aus noch ungeklärter Ursache mit einem Güterzug kollidierte. Rettungsmannschaften arbeiteten in der Dunkelheit, um Menschen aus den ineinander verkeilten Zügen zu bergen.

Das Fernsehen zeigte Bilder der Zerstörung. "Es ist das totale Chaos", zitierte die "Los Angeles Times" in der Nacht Feuerwehrchef John Virant. "Sie holen Leichen heraus, die auf den Körpern von Überlebenden liegen." In den vorderen Abteilen des Vorortzuges habe es so ausgesehen, "als ob jemand alle Sitze herausgerissen und sie dann wieder herein geschleudert hat".

Unfallursache unklar
Die Betreibergesellschaft Metrolink tappte auch am Tag nach der Katastrophe im Dunkeln über die Ursache: Sie konnte sich nach eigenen Angaben nicht erklären, warum vorhandene Warnsysteme die verheerende Kollision nicht verhinderten.

Der Vorortzug war mit Berufspendlern gefüllt, die sich auf dem Heimweg ins Wochenende befanden. Vermutlich 225 Fahrgäste waren an Bord, als es zum Zusammenstoß kam. Dabei verkeilte sich die Lok des Güterzuges in die Metrolink-Bahn. Beide Züge entgleisten, einer der drei Doppelstock-Waggons des Pendlerzuges stürzte um. Verletzte riefen nach Hilfe, schrien vor Schmerzen. Feuer brach aus, konnte aber nach kurzer Zeit gelöscht werden.

100 Rettungskräfte im Einsatz
Nach Angaben der Feuerwehr waren mehr als 100 Rettungskräfte im Einsatz, um Eingeschlossene aus den Trümmern zu retten. Dabei mussten sie die Außenwände eines Waggons, der sich bei dem Aufprall regelrecht um die Lokomotive des Güterzugs gewickelt hatte, aufschneiden. Rettungshubschrauber flogen Verletzte in umliegende Krankenhäuser. Dutzende Krankenwagen waren am Unglücksort. Mit einbrechender Dunkelheit leuchteten Flutlichtscheinwerfer den Unglücksort aus.

"Es ist eine sehr, sehr traurige Situation", sagte Denise Tyrell von Metrolink, dem Betreiber des Pendlerzuges, der "Los Angeles Times". Man wisse wirklich nicht, was passiert ist. "Offensichtlich sind zwei Züge zur selben Zeit am selben Ort gewesen, was sie nicht hätten sein dürfen", sagte sie.

Vor drei Jahren waren bei einem Zugsunglück im Großraum Los Angeles elf Menschen ums Leben gekommen. Damals war ein "Metrolink"-Zug mit einem auf den Schienen abgestellten Geländewagen und in der Folge mit einem entgegenkommenden Pendlerzug kollidiert. (apa/red)