Dramatischer Stellenabbau bei den Banken:
Mehr als 100.000 Arbeitsplätze gestrichen

US-Sparkasse Mutual will 9.200 Mitarbeiter kündigen Auch Credit Suisse und HSBC streichen erneut Jobs

Dramatischer Stellenabbau bei den Banken:
Mehr als 100.000 Arbeitsplätze gestrichen © Bild: APA/DPA/Schneider

Der dramatische Stellenschwund bei Banken setzt sich in unvermindertem Tempo fort. Bei der ehemals größten US-Sparkasse Washington Mutual will der neue Eigentümer JPMorgan Chase 9.200 Stellen streichen - mehr als ein Fünftel der Belegschaft. Auch Credit Suisse und HSBC gaben neue Entlassungen bekannt - vor allem in deren Londoner Investmentbanking sollen über 1.000 Mitarbeiter gehen.

Die Finanzkrise hat damit in der Branche allein in den vergangenen drei Monaten weit über 100.000 Arbeitsplätze gekostet. Allein die Citigroup - das Institut mit den höchsten Abschreibungen - streicht 50.000 Stellen. Auch deutsche Institute hat die Krise bereits zu tiefen Einschnitten veranlasst: Die Commerzbank kündigte den Abbau von 9.000 Stellen im Zuge der Dresdner-Übernahme an und die schwer angeschlagene BayernLB will in den kommenden Jahren 5.600 Arbeitsplätze streichen. Die Deutsche Bank will im Wertpapierhandel rund 900 Stellen streichen, wie Reuters bereits im November erfuhr. Nach CNBC-Angaben vom Montag sollen beim neuen Finanzkonzern aus Bank of America und Merrill Lynch 10.000 Investmentbanker ihre Jobs verlieren.

Credit Suisse bestätigte den Abbau von 650 Arbeitsplätzen in London vor allem im Investmentbanking. Damit fallen etwa drei Prozent der weltweit rund 21.300 Beschäftigten in diesem Bereich weg. Credit Suisse hat dieses Jahr bereits 1.800 Stellen gestrichen, Ende September beschäftigte die Bank weltweit noch rund 50.000 Menschen. HSBC streicht in Großbritannien 500 weitere Stellen. Derzeit hat die Bank dort etwa 58.000 Beschäftigte. HSBC hatte bereits im September den Abbau von 1.100 Stellen im Investmentbanking angekündigt. (apa/red)